Das hat man nun davon

Eigentlich hatte ich Anfang Juni nur Gutes im Sinn: Die Millionen zählende Leserschar dieses Blogs auf hervorragende Musik aufmerksam machen. Aber nur 3 Monate nachdem ich die beiden letzten CDs von Sieges Even empfohlen habe, lösen sie sich einfach auf (Yoko Ono?).
Aber ich möchte in diesem wirklich bedauerlichen Ereignis dann wenigstens einen geheimen Mechanismus erkennen und folgende Hinweise weitergeben:

  • die NPD ist eine tolle Partei, sie sollte ab jetzt immer gewählt werden
  • Mario Barth ist total lustig und bald noch viel häufiger im TV zu sehen
  • Jimi Blue ist ein genialer Rapper mit absoluter street-credibility und langfristigem Plattenvertrag

Und jetzt muss ich nur noch in aller Seelenruhe zuschauen, wie das Universum seine Arbeit verrichtet…

Famous last words

Oder: manchmal genügt die Lektüre des letzten Satzes einer Pressemitteilung, um selbige einzuordnen. Yablo proudly presents die dümmste Bemerkung der Woche:

Schätzungen zufolge werden alleine mit dem beliebten wie aufgrund seiner Brutalität berüchtigten Marktführer „World of Warcraft“ jährlich rund eine Milliarde Dollar Umsatz erzielt.

Und jetzt lassen wir die bayerischen Philologen zur Strafe zehnmal “völlig arglos und unbedarft” an die Tafel schreiben.

Gottes duo infernale

Die Schnacksel-Gloria und der “Abtreibung = Holocaust”-Kardinal als gemeinsame Buchautoren bei Maischberger= …ich gebe zu, dass ich mir davon nur ein paar Minuten antun konnte. Aber bei der Diskussion über Homosexuelle habe ich trotzdem eine extreme Ungerechtigkeit entdeckt! Nein, ich meine nicht die Haltung der zwei katholischen Granaten aus dem 19. Jahrhundert, sondern Gottes unfaire Bevorzugung der Schwulen und Lesben. Denn, wie die Gloria so schön sagte, ist es der steinige Weg, der zu Gott führt und nicht der gerade und bequeme. Sie meinte damit zwar, dass “die” eben viel beten müssen und nicht schnackseln dürfen. Aber das bedeutet ja dann auch, dass Homosexuelle per se viel leichter auf einen steinigen Weg kommen als richtige, normale Menschen, die sich erst mühsam etwas anderes suchen müssen, was sie in Versuchung führt.

Kardinal Meisner sagte auch noch den schönen Satz:

Wäre Stalin gläubig gewesen, hätte er nicht so viele Menschen umgebracht.

Leider hat Sandra Maischberger nicht nachgefragt, wie viele Menschen man denn als Gläubiger so umbringen darf, wo also das gottgewollte diesbezügliche Limit liegt…

Hardware-Tipp: Router für Netcologne-Multikabel

Ende August wurde bei mir von Netcologne die Multikabelverbindung von PPPOE auf DHCP umgestellt. Ist ja alles schick! Problem: Mein alter 4-Port-Router von EDIMAX konnte mit den vom Netcologne-DHCP vergebenen Lease-Times für die IP nix anfangen. Und so gab es jede Stunde eine neue IP, die natürlich mit einem Verbindungsabbruch verbunden war. Das nervt dann schon etwas.
Ich konnte konnte zwar per TELNET auf den Router aber Einstellungen am DHCP-Client waren da nicht zu machen, nur den DHCP-Server konnte man umstellen, sogar mit Lease-Times. Ansonsten war das TELNET recht kastriert.

Bei den bekannten Hardware-Dealern konnte auf keiner ‘was mit dem technischen Zeug anfangen. Also entschloss ich mich mal billig anzufangen und hab mir einen DSL-/Kabelrouter von LevelOne gegönnt. Laut Beschreibung sollte dieser als DHCP-Client funktionieren. Aber das hat ja nix zu sagen. Mein alter EDIMAX konnte das auch — mehr oder weniger. Der hat halt nur die Lease-Times für die IP-Vergabe nicht erneuert (DHCPRENEW bzw. DHCPREQUEST).

Versuch macht kluch!

Und siehe da! Der kleine LevelOne-Router macht genau das, was er soll: Die IP-Verleihzeit (Lease-Time) verlängern und routen. Wireless ist er nicht, aber genau deswegen habe ich ihn mir auch ausgesucht. Klein mit nur den nötigsten Funktionen.

Sollte also noch wer Probleme mit den Lease-Times des Multikabel-DHCP haben:
Der Router ist der LevelOne FBR-1418TX und kostet beim Hardware-Dealer Ihres Vertrauens um die 15,- €.

Und nein, ich wurde für diesen Beitrag nicht bezahlt und kenne auch keinen bei LevelOne.

Aus Monsieur Mehdorns Fanpost

Lieber ‘artmut

isch habe suletzt gefahren deine kleine Silberauto auf Schiene. Bin isch angekommen in Berlin auf der Bahnhof und wollte eine Flasche Bier und meine Zeitung werfen weg. Aber isch wusste nicht wohin! Dann isch ‘abe gesehen Blescheimer mit Aufschrift und sum Glück dort steht drauf Papier nicht nur auf Deutsch, sondern auch Fransösisch, sonst isch hätte gar nicht können lesen. Deshalb ich sagen wollte vielen Dank an Disch.

Deine Yvette

Abfall

Bekehrung und Todesstrafe

Der prominente Anwalt Rolf Bossi hat im FOCUS die Einführung der Todesstrafe gefordert. Über die Verdienste des Mannes vermag ich nicht zu urteilen, es fällt allerdings auf, dass er in den letzten Jahren regelmäßig mit ziemlich emotionalen Ausbrüchen die Gerichte beschäftigt. Seine jeweils eigene Position ist immer die absolut richtige, von Selbstkritik geplagt ist der gute Mann augenscheinlich eher wenig und es macht nicht den Anschein, dass sein zunehmendes Alter (aktuell 84) hier positive Auswirkungen hat. Nun also die Forderung nach der Tötung von Mördern, die unter einem “sadistisch-perversen Tötungsimpuls” leiden und nicht therapierbar seien. Berücksichtigt man die im SPon-Artikel festgehaltene Äußerung, dass Bossi einmal das Bewusstsein dafür, dass manche Täter krank wären und dies für die Urteilsfindung wichtig sei, in die Gerichte getragen habe und er dadurch für mildere Strafen eben dieser “kranken” Täter, die er jetzt umbringen will, gesorgt hat, stellt sich die Frage, wie Bossi seine frühere Tätigkeit diesbezüglich einschätzt. Leider sind bisher jedoch nur Ausschnitte aus dem Interview online zu lesen, darunter auch die Begründung für Bossis offensichtlich neue Haltung: seine Bekehrung zum Christentum. Seine Argumentation verläuft anscheinend folgendermaßen: Gott als Schöpfer verpflichtet uns als seine Geschöpfe, das Beste aus unseren Leben zu machen und wenn man weiß, dass jemand dies nicht schafft/schaffen kann, kann man ihn auch gleich umbringen, weil er schließlich irgendwann sowieso stirbt und die Zeit bis dahin nur sinnlos vergeudet. Mag man sich schon fragen, wie “das Beste” allgemeingültig definiert werden kann, so scheint mir bei Bossi besonders bedenklich, dass er die Todesstrafe gar nicht erst darüber zu rechtfertigen sucht, dass sie abschreckende Wirkung haben könnte oder aber das zukünftige neue definitiv Taten ausgeschlossen werden, was beides bei auch langjährigen Haftstrafen zweifellos nicht automatisch der Fall ist. Nein, es geht hier augenscheinlich allein um das Auslöschen eines Lebens, das nicht mehr den Maßstäben, die Bossi als seine oder als göttliche (bei ihm wahrscheinlich identisch) ansieht, genügt. Man muss die furchtbaren Taten, um die es hier geht, nicht verharmlosen oder die Opfer vergessen, um hinter einer solchen Argumentation Denkstrukturen zu identifizieren, denen man nicht deutlich genug entgegentreten kann.

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