Hardware-Tipp: Router für Netcologne-Multikabel

Ende August wurde bei mir von Netcologne die Multikabelverbindung von PPPOE auf DHCP umgestellt. Ist ja alles schick! Problem: Mein alter 4-Port-Router von EDIMAX konnte mit den vom Netcologne-DHCP vergebenen Lease-Times für die IP nix anfangen. Und so gab es jede Stunde eine neue IP, die natürlich mit einem Verbindungsabbruch verbunden war. Das nervt dann schon etwas.
Ich konnte konnte zwar per TELNET auf den Router aber Einstellungen am DHCP-Client waren da nicht zu machen, nur den DHCP-Server konnte man umstellen, sogar mit Lease-Times. Ansonsten war das TELNET recht kastriert.

Bei den bekannten Hardware-Dealern konnte auf keiner ‘was mit dem technischen Zeug anfangen. Also entschloss ich mich mal billig anzufangen und hab mir einen DSL-/Kabelrouter von LevelOne gegönnt. Laut Beschreibung sollte dieser als DHCP-Client funktionieren. Aber das hat ja nix zu sagen. Mein alter EDIMAX konnte das auch — mehr oder weniger. Der hat halt nur die Lease-Times für die IP-Vergabe nicht erneuert (DHCPRENEW bzw. DHCPREQUEST).

Versuch macht kluch!

Und siehe da! Der kleine LevelOne-Router macht genau das, was er soll: Die IP-Verleihzeit (Lease-Time) verlängern und routen. Wireless ist er nicht, aber genau deswegen habe ich ihn mir auch ausgesucht. Klein mit nur den nötigsten Funktionen.

Sollte also noch wer Probleme mit den Lease-Times des Multikabel-DHCP haben:
Der Router ist der LevelOne FBR-1418TX und kostet beim Hardware-Dealer Ihres Vertrauens um die 15,- €.

Und nein, ich wurde für diesen Beitrag nicht bezahlt und kenne auch keinen bei LevelOne.

Aus Monsieur Mehdorns Fanpost

Lieber ‘artmut

isch habe suletzt gefahren deine kleine Silberauto auf Schiene. Bin isch angekommen in Berlin auf der Bahnhof und wollte eine Flasche Bier und meine Zeitung werfen weg. Aber isch wusste nicht wohin! Dann isch ‘abe gesehen Blescheimer mit Aufschrift und sum Glück dort steht drauf Papier nicht nur auf Deutsch, sondern auch Fransösisch, sonst isch hätte gar nicht können lesen. Deshalb ich sagen wollte vielen Dank an Disch.

Deine Yvette

Abfall

Bekehrung und Todesstrafe

Der prominente Anwalt Rolf Bossi hat im FOCUS die Einführung der Todesstrafe gefordert. Über die Verdienste des Mannes vermag ich nicht zu urteilen, es fällt allerdings auf, dass er in den letzten Jahren regelmäßig mit ziemlich emotionalen Ausbrüchen die Gerichte beschäftigt. Seine jeweils eigene Position ist immer die absolut richtige, von Selbstkritik geplagt ist der gute Mann augenscheinlich eher wenig und es macht nicht den Anschein, dass sein zunehmendes Alter (aktuell 84) hier positive Auswirkungen hat. Nun also die Forderung nach der Tötung von Mördern, die unter einem “sadistisch-perversen Tötungsimpuls” leiden und nicht therapierbar seien. Berücksichtigt man die im SPon-Artikel festgehaltene Äußerung, dass Bossi einmal das Bewusstsein dafür, dass manche Täter krank wären und dies für die Urteilsfindung wichtig sei, in die Gerichte getragen habe und er dadurch für mildere Strafen eben dieser “kranken” Täter, die er jetzt umbringen will, gesorgt hat, stellt sich die Frage, wie Bossi seine frühere Tätigkeit diesbezüglich einschätzt. Leider sind bisher jedoch nur Ausschnitte aus dem Interview online zu lesen, darunter auch die Begründung für Bossis offensichtlich neue Haltung: seine Bekehrung zum Christentum. Seine Argumentation verläuft anscheinend folgendermaßen: Gott als Schöpfer verpflichtet uns als seine Geschöpfe, das Beste aus unseren Leben zu machen und wenn man weiß, dass jemand dies nicht schafft/schaffen kann, kann man ihn auch gleich umbringen, weil er schließlich irgendwann sowieso stirbt und die Zeit bis dahin nur sinnlos vergeudet. Mag man sich schon fragen, wie “das Beste” allgemeingültig definiert werden kann, so scheint mir bei Bossi besonders bedenklich, dass er die Todesstrafe gar nicht erst darüber zu rechtfertigen sucht, dass sie abschreckende Wirkung haben könnte oder aber das zukünftige neue definitiv Taten ausgeschlossen werden, was beides bei auch langjährigen Haftstrafen zweifellos nicht automatisch der Fall ist. Nein, es geht hier augenscheinlich allein um das Auslöschen eines Lebens, das nicht mehr den Maßstäben, die Bossi als seine oder als göttliche (bei ihm wahrscheinlich identisch) ansieht, genügt. Man muss die furchtbaren Taten, um die es hier geht, nicht verharmlosen oder die Opfer vergessen, um hinter einer solchen Argumentation Denkstrukturen zu identifizieren, denen man nicht deutlich genug entgegentreten kann.

Richtlinien für ein gelungenes Eisessen

  1. Vergewissere Dich, dass die Anzahl des Personals in einem vernünftigen Verhältnis zur Anzahl der Kundschaft steht.
  2. Falls Du abends (gegen 18.00 Uhr oder 19.00) ein Eiscafé aufsuchst, schau nach, wieviel Kinder im Alter von bis zu 4 Jahren ohne Eis dort ausharren. Um die Uhrzeit sind das oft
    a) sehr aktive Kinder, was auch ihre Lautstärke betrifft oder
    b) Kinder, die etwas müde, hungrig und somit quengelig sind.
  3. Sollte 1. oder 2. zutreffen, kann es — je nach eigener Schmerzgrenze — ein gemütliches Eisessen werden.
  4. Sollte 1. und 2. zutreffen, überleg Dir das genau! Die Ergebnis ist definitiv mehr als die Summe ihrer Teile. Falls Du es dennoch versuchen willst: Ich habe Dich hiermit gewarnt.

Bullshit-Translator

Normalerweise gilt Englisch ja eine einfache Sprache, aber wie die Ankündigung, dass der sechste Film der Harry Potter-Serie erst im Juli 2009 anlaufen wird, zeigt, brauchen mehrere Menschen sehr viele Worte, um das simple deutsche Wort “GELD!!!!” zu umschreiben.

Your moment of Zen

Ab heute gibt es auf Comedy Central endlich die Daily Show mit John Stewart in der sogenannten “Global Edition”. Das heißt, die Höhepunkte der vergangenen Woche werden als Zusammenfassung gezeigt, ich würde im Zweifelsfall dann doch eher die kompletten täglichen Shows bevorzugen. Als Informationsquelle für die in den USA gerade “heißen” Themen und gleichzeitig als Satire auf den Umgang der Medien mit eben diesen Themen Stewarts Sendung fast unverzichtbar. Die dort regelmäßig präsentierten Ausschnitte von speziell Fox News sind auch wirklich nur in homöopathischen Dosen genießbar.

Bleibt nur zu hoffen, dass auch die Global Edition des Spin-offs “Colbert Report” den Weg auf die deutschen Bildschirme finden wird, den ich inzwischen sogar noch ein wenig besser finde als die Daily Show. Dies nicht zuletzt wegen seines legendären Auftrittes beim White House Correspondents’ Association Dinner 2006, wo er bei versammelter Presse- und Politikprominenz inklusive G.W. Bush dessen Politik auf die Schippe nahm und beispielsweise dessen Beständigkeit lobte:

Events can change; this man’s beliefs never will. He believes the same thing Wednesday as he did Monday. No matter what happened Tuesday.”

Best of both worlds

Aus aktuellem Anlass (die Kommentare, nicht der Eintrag selbst) will ich einen der Gründe, warum Diskussionen zwischen naturalistisch Argumentierenden und “Gläubigen” nur begrenzt Sinn machen, etwas ausführlicher erläutern. Er ist eng verbunden mit einer fast schizophrenen Haltung zu den Methoden der wissenschaftlichen Erkenntnisgewinnung und zu rationalen Diskursen. Den meisten ist durchaus bewußt, dass alles, was wir über die Realität und das Funktionieren der Welt wissen (auch wenn es nur vorläufig ist), auf Basis dieser Methoden entdeckt wurde oder mit ihnen zumindest kompatibel ist. Das Etikett “wissenschaftlich bewiesen” (so falsch es in Wahrheit auch ist) möchte daher jeder gern für seine Weltsicht erwerben, ebenso möchte er durch logische Beweisführung überzeugen, da die Zeiten, in denen Autorität (des Familienvorstandes, Pfarrers, Papstes usw.) oder Tradition allein als wahrheitsgenerierend gelten, in vielen Gegenden (bei weitem nicht allen), doch weitgehend vorbei sind.

Beginnt man allerdings im Rahmen einer beliebigen Debatte damit, beispielsweise wissenschaftliche Studien zu zitieren, um die eigene Position zu untermauern, bedeutet dies, dass man sich den Rahmenbedingungen der wissenschaftlichen Methodik “unterwirft” bzw. sie für fähig hält, tragfähige Argumente zu generieren. Das bringt jedoch mit sich, dass sich diese “Waffe” auch gegen die eigene Argumentation einsetzen lässt, wenn nämlich der Gesprächspartner nicht einfach vor dem Zitat wissenschaftlicher “Beweise” einknickt, sondern Nachforschungen anstellt. Dabei kann es sich dann schnell als fatal herausstellen, dass man die grundlegende Studie gar nicht wirklich im Original gelesen hat, sondern sie nur aus der Sekundärliteratur, die zumeist bereits ideologisch gefärbt ist, kennt. Und da wird nicht selten aus: “Aufgrund unserer vorläufigen Ergebnisse gehen wir davon aus, dass X die Ursache für Y sein könnte, wobei weitere Forschungen, vor allem unter Berücksichtigung von Z, notwendig sind.” die Kurzversion: “Wissenschaftler beweisen: X ist die Ursache für Y!”. Es kann also gut sein, dass die Forscher ihre Ergebnisse sehr viel vorsichtiger formuliert haben, als es für einen “Beweis” nötig wäre, ebenso kann die Untersuchung Mängel aufweisen: zu geringe Personenzahl oder nicht repräsentativ ausgewählte Teilnehmer, keine Kontrollgruppen, die Ergebnisse stehen im Widerspruch zur Mehrzahl anderer Studien, es handelt sich nicht um eine den aktuellen Forschungsstand widergebende Untersuchung und vieles mehr. In der wissenschaftlichen Fachliteratur wird auf der Basis dieser und ähnlicher Kritikpunkte ja auch durchaus kontrovers diskutiert.

Weist man den Gesprächspartner auf derartige Dinge, die seine Belege betreffen hin, sind zwei Reaktionen möglich. Ein wirklich an wissenschaftlicher Argumentationsführung Interessierter wird sich angesichts der neuen Beleglage revidieren und evtl. seine Meinung zu einem bestimmten Punkt ändern (auch wenn es schwer fallen mag). Wer aber in Wahrheit grundsätzlich auf irrationaler Basis steht, wird sich auf diese zurückziehen. Ihm ging es von vornherein nämlich nur darum, seine als wahr vorausgesetzte Ansicht wissenschaftlich zu unterfüttern, aber eben nur solange, wie “die Wissenschaft” seine Sicht zu unterstützen schien.

Anhand einiger Beispiele lässt sich dies vielleicht am besten deutlich machen. In letzter Zeit habe ich einige Male über die Familienpolitik, die sich die Schaffung einer größeren Zahl von Kindergartenplätzen zum Ziel gesetzt hat, diskutiert. Dies wurde kritisiert, weil die Hirnforschung herausgefunden hätte, dass Kinder am besten von ihren Müttern erzogen werden müssen. Bezug wurde dabei auf die Arbeiten von Christa Meves genommen, die ich mir daraufhin in Ausschnitten angesehen habe. Mever vertritt ausgeprochen konservative Erziehungsideale, lehnt jegliche Kollektivbetreuung als unnatürlich ab, desgleichen auch Homosexualität und Hardrock und malt das übliche Horrorszenario des untergehenden Abendlandes an die Wand, für das atheistische Regierungen und die 68er verantwortlich sind. Sie interpretiert die Ergebnisse der Hirnforschung sehr gezielt für sich: aus den Erkenntnissen darüber, dass die ersten Lebensjahre für die Gehirnentwicklung sehr wichtig sind und Kinder Anregung und Bezugspersonen brauchen, folgt eigentlich nicht zwangsläufig, dass dies die Mutter sein muss. Für Meves allerdings schon, weil dies die natürliche Aufgabe der Mutter sei. Fast belustigend fand ich, dass sie vehement auf die Relevanz von Erkenntnissen aus der Tier- bzw. Primatenforschung setzt (wobei Homosexualität und Kollektiverziehung im Tierreich ja ebenfalls vorkommen, aber ignoriert werden) den Mensch aber als gesondertes Geschöpf Gottes versteht.
Wie kann man im gleichen Buch darauf verweisen, dass die Gene von Mensch und Schimpanse zu 98% identisch sind und einige Seiten später betonen, dass beide natürlich nicht miteinander verwandt wären?!

Ich habe also auf einige Widersprüche hingewiesen, auch darauf, dass es durchaus andere Meinungen gibt und Frau Meves nicht gerade die Mehrheitsmeinung in ihrem Fachgebiet vertritt, ohne dass ich mir natürlich anmaßen würde, hier selbst klare Erkenntisse zu haben. Die Reaktion war aber bezeichnend: dass die Mutter die Kinder erzieht, ist biblisch und von Gott in der Schöpfungsordnung so vorgesehen. Punkt. Das illustriert den Punkt, um den es geht: in Wahrheit ist es völlig egal, ob wissenschaftliche Erkenntnisse meine Meinung unterstützen oder nicht, ich werde sie nutzen, wenn sie für mich sprechen und ignorieren, wenn sie es nicht tun.

Auch im von mir rezensierten BUch von Christian Ullmann über Alternativmedizin findet sich eine vergleichbare Argumentation. Für alternative Methoden positiv verlaufene Studien werden mit Vorliebe zitiert, während gleichzeitig präventiv der Wissenschaft abgesprochen wird, diese Methoden eigentlich richtig untersuchen zu können, weil sie doch einen viel zu eingeschränkten Blickwinkel habe. Welchen Sinn soll es haben, hier eine Diskussion über die Qualität und den Wert dieser Studien zu führen, wenn es doch sowieso egal ist, ob es positive Ergebnisse gibt oder nicht, weil in Wahrheit die eigentlich zu untersuchende Frage bereits mit “Diese Methoden funktionieren!” beantwortet und vorausgesetzt wird?

Oder, um wieder an den Ausgangspunkt zurückzukommen, warum soll man eine Diskussion darüber führen, ob Sterbehilfe den Wert menschlichen Lebens herabsetzen könnte, ob es zunehmenden Druck auf ältere Menschen gäbe, sich doch lieber zu töten, anstatt sich zu quälen/anderen zur Last zu fallen und darüber, ob diese Dinge evtl. gesetzlich regelbar sind, wenn man doch von vornherein weiß, dass der andere die Auffassung vertritt, dass kein Mensch das Recht hat, sein von Gott geschenktes Leben selbst zu beenden? In Wahrheit handelt es sich um Debatten, bei der eine Seite in einem zirkelschlüssigen System argumentiert, dem Gesprächspartner aber nichtsdestotrotz anbietet, kontrovers diskutieren zu wollen, um die Gegenargumente im Zweifelsfall mit dem Verweis darauf abzubügeln, dass die frecherweise ja den eigenen Grundvoraussetzungen widersprächen, also nicht richtig sein können.

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