Defense against the Dark Arts

Engholm (Rücktritt wegen Falschaussage vor einem Untersuchungsausschuss zur Barschel-Affäre), Scharping (wurde vom Nächsten in der Liste zurückgetreten), Lafontaine (trat gleich ganz aus der Partei aus), Müntefering (Rücktritt wegen frecher Gehorsamsverweigerung bei der Wahl des Generalsektretärs) und nun Matthias Platzeck, der aufgrund seiner angegriffenen Gesundheit sein Amt nach nur 5 Monaten an Kurt “Snape” Beck übergibt: der Job als SPD-Vorsitzender bleibt augenscheinlich weiter verflucht.

Die Daunen des Teufels

Neueren Erkenntnissen zufolge lohnt es sich, nach einer unruhigen Nacht vorsichtshalber das Kopfkissen abzutasten. Falls man dabei eine Krone erfühlen kann, sollte man schleunigst 10 Euro Praxisgebühr bereithalten und dem nächstgelegenen Exorzisten einen Besuch abstatten, denn dank dieses klaren Symptoms ist die Diagnose eindeutig: Besessenheit. Entwarnung bekommen dank BILD aber auch Hausfrauen, die hartnäckigen Flecken schon ohne Erfolg mit diversen Waschmitteln auf den Leib gerückt sind, denn es könnte sich um ein weiteres Zeichen dafür handeln, dass der Angetraute eventuell im Auftrag des Bösen unterwegs ist. Hilfe verspricht da nur echtes Weihwasser, das der örtliche Priester zu diesem Zweck sicher gern zur Verfügung stellt (“Sie baden grade Ihre Hände drin!”).

Annalen 1515

(Fol. 46b)

6 fa. Sabbato vor Mariae Magda: seine sulche gewisser alhie zu Zwigkau (welche zuvor Sommerzeit nicht in 20 Jaren) erwachsen. Von welchem unsere Bürger einen seher grossen Schaden außerhalben der stad an holz haben genummen, Auch nicht verschonet allen reifen, die zeit getreiden (das reife Getreide). Geschwigen der Menschen, welchs am grosthen, die in wasser nöten sein vortorben. Gescheen den 20 und 21 tag des Mondes Julii. Dis gewisser hat auch einen mechtigen schaden zugewanth der schtadt Geram alzo das ein podestube fast steinende gebauet, auch hocherhoben, ist gar in grund vortorben, geschwigen anderer Schaden der Menschen und andern Dingen.

( 6 fa. Sabbato vor Mariae Magda = 21. Juli)

Nano-Terrorismus

Holland – ein malerisches kleines orangefarbenes Land voller Windmühlen und blondbezopfter Mädel, die Haschkekse verkaufen? So möchte sich unser nördlicher Nachbar gern darstellen – die grausige Realität sieht anders aus. Seit der Finalniederlage von 1974 sind die Holländer nur mehr von Hass zerfressene Wohnwagenzöglinge, die einen komischen deutschen Dialekt sprechen, dies aber partout nicht zugeben wollen. Nachdem sie zwei Jahrzehnte lang erfolglos versuchten, den riesigen Rückstand zu unserer spielerischen und taktischen Überlegenheit auszugleichen, indem sie aus eigentlich größeren Ländern zustehenden Kolonien importierte Ballkünstler in Holzschuhe zwängten, ließ sie die Wut über die Vergabe der WM 2006 nach Deutschland zu neuen und drastischeren Mitteln greifen.

Sie gründeten in Griesheim die neosino nanotechnologies AG, und plazierten ausgerechnet in Deutschlands größtem Fußballverein rechtzeitig einen Saboteur. Dieser stellte sich als Werbeträger für diverse Produkte, denen phänomenale Erfolge bei Sportlern zugeschrieben wurden, zur Verfügung. Aber damit noch nicht genug, es gelang ihnen – wahrscheinlich durch geschickten Einsatz von Rauschmitteln – auch noch, den FC Bayern selbst und sogar den Deutschen Sportbund (die weltweit größte Sportorganisation) dazu zu veranlassen, Nano Liquid und Nano Spray zu bewerben bzw. den Mitgliedsvereinen mit offiziellem Gütesiegel zu empfehlen, da die angeblich enthaltenen Nano-Mineralien vom Körper besser verwertbar sein sollen. Es gibt zwar keinerlei wissenschaftlichen Beleg dafür und allein schon die Tatsache, dass Mineralien vom Körper in gelöster Form aufgenommen werden und es vergleichsweise egal ist, wie groß der gelöste Stoff vorher war, am Börsenerfolg änderte das nichts. Somit gelang es den perfiden Holländern nicht nur, den gesamten deutschen Breiten- und Spitzensport mit ihren Käse-Destillaten zu durchseuchen, sondern damit auch noch viel Geld zu verdienen. Wem die unerwartet schlechten aktuellen Leistungen der Nationalmannschaft (1:4) und des FC Bayern (ebenso) seltsam vorkamen, kann nun, seit das Fersehmagazin Panorama die Vorgänge aufklärte, wieder beruhigt sein: dem WM-Titel steht nichts mehr im Wege.

Server weg

Wie evtl. bemerkt, war von Freitag bis Sonntag Nacht der yablo.de nicht zu erreichen. Scheint was größeres gewesen zu sein, da der komplette Server teilweise nicht zu erreichen war.

Sieht aber so aus, als hätte mein Provider den aber wieder im Griff.

Systemwiederherstellung in der Praxis

Nach dem heutigen Update meines Kernels, udevs und anderer kleinerer Sachen aus dem Testing-Zweig, sprang mir nach dem Reboot folgende »Kernel panic« entgegen:

invalid compressed format (err=2)\
VFS:Cannot open root device "1601" or unkown-block (22,1)
Please append a correct "root=" boot option
Kernel panic - not syncing: VSF: Unable to mount root fs on unknown-block (22,1)

Da ich den Debian-Standard-Kernel benutze (weil ich zu faul, dumm bin oder zu wenig Zeit habe einen angepassten Kernel zu kompilieren) verwende ich beim Booten auch eine Initrd. Diese Ramdisk wird beim Debian-Standard-Kernel immer verwendet. In dieser Ramdisk werden Module geladen, die das System zu Booten benöigt; also IDE-Treiber, Chipsatz-Treiber und die entsprechenden Module füs Filesystem.

Und wie man an obiger Meldung erkennt, scheint beim Erzeugen der Initrd wohl irgendwas nicht funktioniert zu haben. So wie ich die Meldung interpretier, konnte die Initrd nicht entpackt und die erforderlichen Module nicht geladen werden (ich hatte noch nicht speziell nach der Fehlermeldung gesucht). Und somit konnte also auch der Kernel meine Rootpartition nicht mounten.

Tja. Was nun? Wie komm ich wieder in mein KDE? Meine Mails, meine Einstellungen, meine Bookmarks, meine Daten – alle weg? (Nein, wären sie nicht, da die auf einer extra Partition liegen. Da fällt mir ein, ich könnte mal ein Backup anlegen.)

Nach mehrmaligen Hände-über-dem-Kopf-zusammenschlagen, fünf zittrigen Zigaretten, drei kalten Kaffees und einem hektischen Booten in Ein-anderes Betriebssystem TM, ob das wenigstens noch funktionstüchtig ist, besann ich mich meiner alten Knoppix-CD (Version 3.3), die ich hier noch rumliegen hatte. Ich musste ja nur eine neue Initrd erzeugen, dann sollte alles wieder funktionstüchtig sein. Also kein Neuinstallieren TM wie bei Einem-anderen-Betriebssystem TM.

Also fix Knoppix gebootet. Konsole geöffnet. Root werden. Rootverzeichnis (beschreibbar!) gemounet:

knoppix@ttyp0[knoppix]# su
root@ttyp0[knoppix]# passwd
root@ttyp0[knoppix]# mount -o rw /dev/hdc1 /mnt/hdc1

Um eine zum Kernel entsprechende neue Initrd zu erzeugen, musste ich nur noch auf/in dem nicht bootbaren System arbeiten können. Also Chroot-Umgebung erzeugen:

root@ttyp0[knoppix]# chroot /mnt/hdc1
root@Knoppix:/

Installiert war ja schon alles. Also nur noch schnell neukonfiguriert, damit nochmals die Initrd erzeugt wird:

root@Knoppix:/dpkg-reconfigure kernel-image-2.6.15-1-k7

Rödel, rödel, rödel.
Neustart.
Booten ohne Fehlermeldung.
Freuen.
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