Familienpolitik oder Sozialdarwinismus-Light?

Ralf hat es schon kommentiert:
Das FDP-Bundesvorstandsmitglied Daniel Bahr schimpft über die derzeitige Familienpolitik und macht sich Gedanken über sozial Schwache und PISA. Um die Geburtenrate in Deutschland zu steigern, mögen seine Vorschläge durchaus diskutabel sein. Aber wenn diesen Vorschlägen folgende Aussage (sofern sie stimmt) voransteht,


»In Deutschland kriegen die Falschen die Kinder. Es ist falsch, dass in diesem Land nur die sozial Schwachen die Kinder kriegen«

dann muss ich fragen, ob es sich dabei nicht ein klein wenig um einen verordneten Sozialdarwinismus-Light handelt?

Annalen 1492

(Fol. 17b)

1492

Seint di scheunen vor Zwigkau abgebrant von Stolzhennzen.

1492

Ist gekrönet wurden der Neumberg. Bischof Johannes von Schonberg in pfingstfeiertagen.
Auch gleich der zeit ist zu Zwigkau gehalden wurden das Capitel.

(Randbemerkung = Generale)

Verdammte Axt ...

... aus irgendeinem Grund kann ich sowohl CPU als auch RAM nur mit 100 Mhz betreiben. Sprich: Mein Rechner läuft derzeit nur mit halber Kraft. Logisch, dass das gerade jetzt in der Prüfungszeit passieren muss, da ich ja soviel Zeit habe den Grund herauszufinden und das Problem zu lösen. Aber ich glaub, ich kenn die Lösung eh schon: Neues Board, neue CPU, neuer RAM, neue … .
Also alles neu. Das ist normalerweise schon seit ‘nem halben Jahr überfällig. Aber das kann ich mir wohl erst frühestens im April leisten, je nachdem wie es nach meiner Studienzeit ausschaut.

Der Werbeblock

Wer sich über längere Zeit im Internet bewegt, hat natürlich sehr schnell festgestellt, dass man unausweichlich und ganz ohne eigenes Zutun und Verschulden mit pornographischen, gewaltverherrlichenden und wehrkraftzersetzenden Inhalten konfrontiert wird. Unzählige verzweifelte Bitten und Appelle an die zuständigen Stellen verhallten bis zum heutigen Tage ungehört, obwohl nur härteste staatliche Maßnahmen hier wirklich definitiven Schutz bieten könnten. Deswegen ist es nötig, diese Interessen noch viel mehr zu bündeln und politischen Druck zu erzeugen, denn auch uns als Bloggern liegt natürlich die psychische Volksgesundheit ganz besonders am Herzen. Zum Glück steht jetzt auch endlich die passende Technologie bereit, um das Internet für alle Zeit in einen Hort virtueller Sonnenaufgänge und duftender Waldwiesen zu verwandeln. Darum empfiehlt YABLO Omnicleaner und fordert alle Leser auf, die auf der Herstellerseite zu findende Petition zu verwenden, um Abgeordnete und Behörden endlich wachzurütteln und zur Verbreitung dieser Software zu verpflichten, damit endlich, ENDLICH auch mal jemand an die Kinder denkt.

Annalen 1491

(Fol. 16b)

1491

Ist die Butterbüchß in Meißner und Doringer land erstlich kummen, durch anreden unserer genedigsten Herrn F[riedrich]: und J[ohann]: zu der Brugken gegen Turgaw 1 gr. und 1 alten hl. ein itzlich mensch einzugeben. Awer in den herzogtumunser gnedigen Herren Al[brecht] und Jorgen der selbig grosch[en] eingelegt wurden zu dem gebeude der Stiftskirchen unser lieben Frauen zu Freiberg.

1491

Seint fast im land zu Meissen abdecker ader Schinder mit feuer vorbrant wurden, umb der vorgiftung willen der weide, da von vil vihes gesterbet.

(Randbemerkung: Genua mea infirmata sunt a … caro mea immutata propter oleum)

(Fol. 17a)

1491

Hat Olßnitz einen seher schedlichen wrant erliden den xv tag des April.

1491

Ist entzundt wurden Dresden am xv tag des Brachmondes und wald darnach Froberg.

1491

Ist gewest ein erbärmlich gross und schedlich wasser, Alzo das in Langen Lungwitz 36 menschen sein ertrunken am tag Joannis und Pauli. Auch gleich in dem Jhar im Fest Agathe hat das Eis ein merglich teil der Brugken zu Zwigkau zurissen und weggefort.

1491

In dem tag vincula Petri ist gegen Dresden kommen Herzog Albert mit 2 wagen und eztlichen reitern, welcher nicht mehr gewest dan siben.

(xv tag des Brachmonde = 15. Juni
tag Joannis und Pauli = 26. Juni
Fest Agathe = 5. Februar
tag vincula Petri 1. August)

Team America

Nach Matt Stones Auftritt in Michael Moores „Bowling for Columbine“ entstanden zunächst die Vermutungen, dass die im selben Film enthaltene Trickfilmpassage über die amerikanische Geschichte von ihm und Trey Parker, den Schöpfern der Kultserie „South Park“ produziert worden wäre. Das war allerdings ebenso wenig korrekt wie die scheinbar naheliegende Annahme, dass die beiden die speziell im Nachfolger „Fahrenheit 9/11“ immer mehr in einseitige und verzerrende Polemik abgleitenden Ansichten Moores über die US-Politik (an der es wahrlich genügend zu kritisieren gibt) teilen würden. Deutlicher als im neuen Marionetten-Kinofilm „Team America – World Police“ konnten Parker und Stone dies wohl kaum widerlegen, lassen sie doch Moores hölzernes Pendant als mit Fast Food und Sprengsätzen bewaffnete Selbstmordattentäterpuppe die Basis des Team America im Mount Rushmore in die Luft jagen.

Schon bei South Park ist es der unbegrenzte Wille, JEDES Tabu zu brechen und JEDE dogmatische Sichtweise als dumm zu verulken, der mich nach anfänglicher Skepsis zu einem absoluten Fan der Serie werden ließ. Man muss sich nur erst mal an die Fäkalsprache gewöhnen, bevor man ihren „Sinn“ versteht. Grundsätzlich trifft der Spott also sowohl Bush als auch die Liberalen, Waffenfetischisten wie Ökofreaks, den KKK ebenso wie PETA und alles wird gewürzt mit Witzen über Juden, Behinderte und AIDS. Und genauso verteilt sich der Spott auch in „Team America“, das eigentlich, obwohl es die Thematik des „Antiterrorkrieges“ aufgreift, eher eine Parodie auf die unzähligen Actionfilme und ihre austauschbaren Pseudo-Plots und Dialoge, als ein politisches Statement ist. Das merkt man nicht zuletzt daran, dass die US- Regierung oder Bush persönlich gar nicht auftauchen und die Hardliner-Seite allein vom Spezialkommando selbst vertreten wird. Im Gegensatz dazu sind die Mitglieder der F.A.G. (Film Actors Guild), der das martialische Auftreten von „Team America“ schon lange ein Dorn im Auge ist, wie schon Moore in persona vertreten. Die üblichen Verdächtigen Sean Penn, Susan Sarandon, Alec Baldwin, Matt Damon et. cet. haben alle sehr viel gelesen und halten sich deswegen logischerweise für absolute Politikexperten und allein fähig, den Weltfrieden zu erreichen. Deswegen haben sie auch eine Einladung nach Nordkorea angenommen, wo auf einer von Kim Jong Il initiierten internationalen Friedenskonferenz genau diese Zukunftsvision vorgestellt werden soll. Dumm ist nur, dass der asiatische Diktator der Hauptbösewicht des Films ist und Terroristen mit schmutzigen Bomben versorgt, die just während der Konferenz gezündet werden sollen. Team America will das natürlich verhindern, was einen (blutigen!) Showdown mit F.A.G. unausweichlich macht.

Trotz dieser realpolitischen Anleihen geht es im Film, wie bereits erwähnt, allerdings um die Bloßstellung all der dämlichen Dialoge und Hintergründe von Handelnden in Blockbustern der Marke „Pearl Harbor“ oder „Independence Day“. Kindheitstraumata, Verweigern einer neuen Bindung, Versagensängste, Ödipuskomplexe, wirklich alles, was die Küchenpsychologie so zu bieten hat, wird hier munter auf die Schippe genommen und in seiner filmisch banalen Umsetzung entlarvt. Wie es sich gehört, kommt auch die Parker/Stone eigene Faszination für Körpersäfte nicht zu kurz, zu bewundern gibt es sowohl die längste Kotz- als auch die ausführlichste Sexszene der Filmgeschichte (zumindest für Puppen). Letztere sind übrigens eine Hybridkonstruktion aus alter und neuer Technik, sie werden ganz traditionell über sichtbare Strippen gesteuert, besitzen aber einen mit diversen Motoren ausgestatteten Kopf, so dass sie per Fernsteuerung je nach Szene durchaus auch bestimmte Emotionen besser darstellen können. In diesem Zusammenhang liegt die Glaubwürdigkeit ihrer Schauspielkunst auf jeden Fall weit vor vielen menschlichen Kollegen aus der Seifenoperszene oder auch Til Schweiger.

Eine besondere Rolle spielt die Filmmusik. Bereits bei South Park sind Songs und Musicalnummern immer wieder präsent und „Team America“ parodiert nicht nur Filme, sondern auch ihre Musik. Wenn also die grell in den USA-Farben schimmernden Hubschrauber der Helden zum Einsatz fliegen, werden sie von entsprechenden Hardrock-Klängen mit pathetischen Texten: „America – Fuck YEAH! Coming again, to save the mother fucking day yeah“ begleitet. Die Szene, in welcher der Hauptheld glaubt, seine große Liebe verloren zu haben, untermalt ein trauriges Lied mit dem zu Herzen gehenden Vergleich: „I miss you more than Michael Bay missed the mark when he made Pearl Harbor”. Und wer immer noch glaubt, Männer würden im Angesicht einer nackten Frau (auch wenn sie nur aus Holz ist) nicht weiterhin zu tiefster Emotionalität fähig sein, sollte sich von diesen Worten vom Gegenteil überzeugen lassen: „I like rain, I like ham, I like you. You’re around, you’re right here so you’ll do”. Der musikalische Höhepunkt des Films bleibt allerdings das im Stile alter Hollywoodschinken von wimmernden Geigen begleitete Solo Kim Jong Ils, in dem er seine Einsamkeit beweint:

I’m so ronery. So ronery.
So ronery and sadry arone.
Dere’s no one, just me onry,
sitting on my rittle throne.

Kurz gesagt, bereits die Filmmusik allein ist den Besuch des Films wert. Man sollte allerdings eine gewisse Toleranz gegenüber schmutzigen Worten und blutigen bis ekligen Szenen mitbringen. :)

Rolandoccio

Der brutalstmögliche Oberhesse Roland Koch hat sich während des Skiurlaubs in Südtirol einen Nasenbeinbruch zugezogen. Wie der SPIEGEL gerade frisch vermeldete, soll ein Italiener mit dem präsidialen Riechwerkzeug kollidiert sein. Wie aus gut informierten Kreisen verlautete, wurde Koch von dem bedauernswertem Opfer bereits auf Schadensersatz verklagt, mit der Begründung, dass dieser in vollem Bewusstsein in mehreren Fällen durch öffentliche Aussagen für die überdimensionale Größe seiner Nase gesorgt habe.

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