Frage an Typographiekundige

Ich seh’ häufiger das Guillemet (», «) verschiedenartig in Verwendung. Also manchmal »so« und manchmal «anders». Gibt es da ein richtig oder falsch?

Kommentar

  1. # - Kossatsch schrieb am 4. November 2004, 16:36:

    «So» ist Französisch (& in der Schwyz); »So« ist Deutsch. Meines Wissens. Man sieht es aber auch oft andersrum erklärt.
  2. # - trenc schrieb am 4. November 2004, 18:14:

    Aha, das erklärt, warum die NZZ das so macht. :) Aufgefallen ist mir das heute bei einem französischen Autor, allerdings in der deutschen Übersetzung.
  3. # - Johannes schrieb am 5. November 2004, 11:24:

    Beides ist so gesehen richtig, aber im Deutschen bzw. in Deutschland haben sich die »umgedrehten« eingebürgert und gelten gemeinhin als richtig.

    Aber wenn wir schon bei Typografie sind: Kapitälchen im Fließtext sind böse! ;-)
  4. # - trenc schrieb am 5. November 2004, 11:45:

    Gar nicht, nur anders. :)
  5. # - Kossatsch schrieb am 5. November 2004, 14:13:

    Ich mache es weiterhin «so». Jawoll!
  6. # - Craven schrieb am 13. November 2004, 21:13:

    im deutschen sind die zum wort hin zeigenden “französischen” anführungen /guillemets üblich, gebräuchlicher sind jedoch die klassischen gänsefüsschen in der ausprägung 99-66 – sprich zu beginn unten das zecihen, das man grob als 99 lesen kann, am wort/zitatende das 66er.

    wenn man komplett frendsprachige texte zitiert, ist es üblich, dort die in dem jeweiligen land üblichen anführungen zu verwenden – nicht jedoch, wenn man ein einzelnes fremdsprachiges wort in einem deutschen satz hervorheben möchte.

    (sprich: kossatsch benutzt es flasch)

    Zum thema kapitälchen: ja, im fliesstext sind sie etwas unangebracht, da Versaltext idr schlecht lesbar ist

    aber komplett falsch ist es, in einer passage, die in versal/Caps gesetzt wird die ligatur ”ß” zu verwenden, dort MUSS ein “ss” stehen, auch wenn das der eine oder andere politisch nicht korrekt findet.
  7. # - trenc schrieb am 14. November 2004, 00:09:

    Ui Bob,
    sehr ausführlich das ganze. Die Verwendung der Guillemets beruht im Grunde genommen nur darauf, dass sich die deutschen 99-66-An- und Abführungsstriche nur unter Umständen im HTML angeben lassen. Von anderen Sonderzeichen wie Geviertstriche ganz zu schweigen. Deren genaue Verwendung erschließt sich mir eh nicht komplett. Das mit dem »ß« ist natürlich wahr. Is’ ein bissl doof. Aber ich grep dafür aber nicht die Datenbank durch, auf die Gefahr hin, dass ich beim nächsten Designwechsel wieder ohne Caps auskomme.
  8. # - Craven schrieb am 14. November 2004, 02:11:

    wir nutzen bei der 4spieler-geschichte ein format namens textile, welches eine ganze reihe von typographischen sachen parst und gegen die richtigen zeichen ersetzt, so wird dann z. b. aus dem beliebten ”-” je nach einsatz auch ein echter gedankenstrich, auch das … wird korrekt ”übersetzt”

    Caps an sich mag ich ganz gerne, da man sie nur noch selten sieht – leider werden dafür nur selten die entsprechenden caps-schnitte einer schrift genommen sondern lediglich das erste zeichen etwas grösser – und damit lewider auch etwas fetter – dargestellt, das sieht natürlich scheisse aus.
  9. # - trenc schrieb am 14. November 2004, 12:18:

    Hm,
    ok Ihr habt mich überzeugt. Beim nächsten Design verzichte ich auf SmallCaps.
    Textile benutze ich auch. Der Autor dieses Weblogsystems hat Textile erfunden. :)
    Nur werden die Zollzeichen nicht in Anführungsstriche umgewandelt. Hast Du selber in der textile.php rumgehackt oder einfach nur eine andere Version? Die Ellipse wird wieder richtig erzeugt. Komisch!





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