Süß und unschuldig

Wie schon die WM 2006 versetzt mich auch die aktuelle Großveranstaltung wieder in die beneidenswerte Lage, mit einigen reizenden jungen Damen gemeinsam Fußball zu schauen. Nach zwei Jahren ist es auch verständlich, dass Abseits- und Qualifikationsregeln erneut erklärt werden müssen, schließlich ist das Interesse der Betreffenden an der Sportart ansonsten gleich Null. Eine schwer nachvollziehbare Haltung, aber mir ist nach den letzten beiden Spielen der deutschen Elf gegen Kroatien und Österreich erst klar geworden, dass dies eigentlich ein Segen ist.

Die dort gepflegte Spielweise sorgte nämlich für zahlreiche ungläubige Gesichter und Fragen nach dem fehlenden begeisternden Offensivspiel. Man muss sich, wenn man seit mehr als 20 Jahren internationale Turniere verfolgt, erst einmal in die Lage eines Menschen hineinversetzen, der deutsche Fußballmannschaften allein von ihrem WM-Spielen 2006 kennt, um dann schmerzlich zu realisieren, wie außergewöhnlich es war, den Abpfiff nicht mit einem “Wenigstens gewonnen!” zu kommentieren, wenn Deutschland sich mal wieder mit einem Freistoßtor oder nach einem Elfmeterschießen gegen England eine Runde weitergequält hatte. während Mannschaften wie Dänemark, Holland oder Brasilien begeisternden Sport boten.

So bleibt es mir leider nicht erspart, meine ganze Erfahrung als Historiker auszuspielen und zu erläutern, dass hier eigentlich wieder das “klassische” Spielsystem (sich den Ball minutenlang im Halbkreis hinter der Mittellinie zuschieben) aufscheint, der Normalzustand erreicht ist. Aber noch mag ich die Hoffnung nicht aufgeben, schließlich war das Spiel gegen Polen ganz gut und wenn dann heute Frings und Klose wieder zu alter Form zurückfänden…

Kommentar

  1. # - MOE schrieb am 19. Juni 2008, 13:46:

    Sehr schön geschrieben :) – die “Hoffnung” (auf den Sieg) habe ich auch.





Textile-Hilfe