Schmidt und Pocher - Expertentalk

Gestern nachmittag ging es anläßlich der letzten Sendung von Schmidt & Pocher vor der Sommerpause bei der täglichen Debatte des Deutschlandradios um die Frage, ob die Show so funktioniert und weiterlaufen sollte. Die Meinung der Zuhörer war, wie erwartet, durchgängig negativ, was ich ja durchaus in Teilen nachvollziehen kann, auch wenn ich es insgesamt weniger schlimm als erwartet finde und es ausbaufähig ist, wenn beide mal am Tming feilen würden und Schmidt nicht permanent ausstrahlen würde, dass er eigentlich gar keine Lust mehr hat.

Man kann die Kritik aber auch so genial begründen wie der Opi aus Rostock, welcher per Telefon meinte, dass er es furchtbar findet, dass jetzt immer mehr Leute wie Pocher und der Mann im ZDF (ich tippe auf Markus Lanz, der jetzt als Aushilfskerner arbeitet), die ins Privatfernsehen gehören, zu den Öffentlich-Rechtlichen wechseln. Er habe das Gefühl (kein Scherz), dass “die” Letzteres heimlich übernehmen wollen würden. Um diese veritable Verschwörungstheorie aufzudecken, genügte es ihm übrigens, regelmäßig die Fernsehzeitung zu lesen: Fernsehen schaut er nämlich nicht.

Der yablo-CD-Tip der Woche

Für mich verknüpft sich Musik sehr oft mit bestimmten Lebenssituationen, die, wenn man dieselben Songs Jahre später erneut hört, wieder aus dem Gedächtnis aufgerufen werden und die Erinnerungen an beispielsweise ein bestimmtes Buch, eine Reise oder das nächtliche Sitzen auf der Fensterbank mit Walkman (für die Jüngeren: ein Mp3-Player der Antike) zurückbringen. Meist muss man dafür allerdings auch Zeit und Aufmerksamkeit investieren, bei nur nebenbei gehörter Musik scheint das Ganze nicht so recht zu funktionieren. Als ich vor 2 Jahren einige Wochen im Archiv-Magazin saß, um Akten zu bewerten, hatte ich auf meinem Mp3-Player u.a. die CD “The art of navigating by the stars” von Sieges Even. Und an das damalige “Wühlen” in den Lebensgeschichten anderer Menschen muss ich jetzt jedesmal wieder denken, wenn ich diese Songs höre.

Das wiederum geschieht recht häufig, denn es handelt sich hier um nichts weniger als ein absolutes Meisterwerk des progressiven Metal, auch wenn diese Klassifizierung der Vielschichtigkeit der Musik eigentlich auch nicht wirklich gerecht wird. Härtere Passagen werden nämlich eigentlich eher an den passenden Stellen eingestreut und sind nicht wirklich ein prägendes Stilelement. Getragen werden die Songs musikalisch vor allem vom perfekten Zusammenspiel cleaner Gitarrenarrangements mit vertrackten Bassläufen und komplexem Schlagzeugeinsatz. Keyboards gibt es überhaupt nicht, aber sie sind auch nicht notwendig, weil die rythmisch und melodisch extrem anspruchsvollen Kompositionen derart abwechslungsreich sind. Und das für mich gerade in diesem Bereich immer besonders Wichtige: obwohl technisch auf höchstem Niveau gespielt wird, sind die Melodien irgendwie eingängig und wiedererkennbar. Hier muss niemand mehr beweisen, wie schnell er Solos im 13,5/7-Takt spielen kann, die Virtuosität der seit Jahrzehnten aktiven Musiker befähigt sie zu einem souveränen Umgang mit ihren Möglichkeiten. Vielleicht hat auch die Tätigkeit der Holzwarth-Brüder (Bass und Schlagzeug) für Bands wie Rhapsody und Blind Guardian hier seine Spuren hinterlassen. Nicht zuletzt ist es aber der neue Sänger Armin Menses, dessen zum Teil mehrstimmigen Gesangslinien der Musik eine ganz besondere Atmosphäre verleihen.

Nicht zuletzt ist “The Art…” für mich eines der am besten produzierten Alben, die ich je gehört habe. Gerade im Vergleich mit dem stilistisch ähnlichen “A Sense of Change” merkt man, wie unheimlich wichtig eine ausgewogene und gleichzeitig extrem druckvolle Produktion ist, um all die Details der Arrangements mitzubekommen. Man hört wirklich JEDES Instrument und jeden Ton, auch die Bassgitarre ist endlich wieder mal als eigenständiges Instrument präsent, das nicht in einem allgemeinen Klangbrei untergeht. Als Anspieltip sei “Unbreakable” empfohlen, zu finden auf der myspace-Seite der Band.

Nachdem mich diese CD derart begeisterte, war ich einerseits gespannt auf den Nachfolger Paramount und andererseits auch ein wenig ängstlich, ob dieses Niveau gehalten werden kann. In der Tat brauchte ich für das letzte Werk ein wenig länger, obwohl es insgesamt vielleicht sogar noch einen Ticken eingängiger ist. Inzwischen stelle ich beide Alben aber auf eine Stufe, wobei sich auf “Paramount” mit Eyes Wide Open sogar mein definitiver Lieblingssong beider Werke befindet, den man fast schon als kommerzielle Powerballade bezeichnen könnte. Das ist aber alles andere als abwertend gemeint, der zum Niederknien schöne Refrain verschafft mir auf jeden Fall jedesmal wieder Gänsehaut.

Wer also auch nur ein bißchen Interesse an progressiver Rock/Metal-Musik hat, MUSS hier einfach wenigstens einmal reinhören (aber das reicht nicht wirklich).

Korrelationen, Beweise, Ursachen - alles derselbe Kram

Nachdem sich der unaufhaltsame (biologisch determinierte) Trend zu “besserer” Berichterstattung über Videospiele langsam durchzusetzen scheint, wie man anhand der durchweg eher positiven Rezensionen von “Grand Theft Auto IV” in den seriöseren Medien sehen kann, war es nur eine Frage der Zeit, wann die Mahner und Weltuntergangspropheten wieder zurückschlagen. Die Rolle des Retters nimmt diesmal Werner Hopf ein, über dessen bisher unveröffentliche Studie mit 653 oberbayrischen Schülern die Zeitschrift GEO WISSEN berichtet. Die Erkenntnisse klingen durchweg sensationell, “eindeutige Ergebnisse” wurden gefunden und “bewiesen” (!), dass Videospiele die wichtigste “Ursache” für Gewaltkriminalität sind.
Kurz: “Computerspiele machen aggressiv, brutal und dumm”, wie die “Augsburger Allgemeine” in seriöser Neutralität ein Interview mit Hopf überschreibt.

Nun ist es natürlich prinzipiell erst mal schwierig, eine nicht veröffentlichte Studie zu bewerten. Es fehlen Angaben dazu, welche Spiele man abfragte, wie viele Jugendliche genau welche Taten begingen et. cet. Zusätzlich wäre zu fragen, ob die geographische Beschränkung auf Oberbayern globale Schlussfolgerungen zulässt. Auch ohne diese Daten genau bewerten zu können, müssen aber bei der Behauptung, man habe hier tatsächlich etwas bewiesen und eindeutige Ursachen entdeckt, die Alarmglocken läuten. Es handelt sich offenkundig um eine Befragungsstudie, bei der die Teilnehmer innerhalb von 2 Jahren Angaben zu diversen abgefragten Punkten machen, darunter zu ihrem sozialen Umfeld, den Schulnoten und eben der Mediennutzung. Das Spielen gewalthaltiger Videospiele war demzufolge die beste Vorhersagemöglichkeit für ein späteres aggressives/kriminelle Verhalten. Wir haben also zunächst einmal nicht mehr als eine simple statistische Korrelation vor uns. Grundsätzlich wäre auch hier zu fragen, ob die Wahl der Gegend eine angemessene Bewertung anderer Faktoren (“Leben unter Kriminellen”) evtl. erschwert. Vor allem aber muss man beachten, dass bei der Auswahl dieser Faktoren ja bereits angenommen wird, dass der Konsum von Videospielen ein Risikofaktor bzw. eine Ursache ist. Dazu müsste man bereits ausschließen, dass es sich um eine Wirkung (aggressivere Jungen wählen bevorzugt entsprechende Spiele) oder schlicht um einen Indikator handelt. Ob diese Wahl begründet wird, bezweifle ich stark und daraus folgt, dass zumindest teilweise das, was man beweisen will, bereits durch die Wahl des Modells vorausgesetzt wird.

Die Jugendlichen wurden über den Zeitraum hinweg beobachtet, in dem man gemeinhin den Eintritt der Pubertät vermuten dürfte (die Ausgabe von GEO-Wissen beschäftigt sich ja auch damit), das heisst also auch, dass die Wahrscheinlichkeit von aggressiven Taten prinzipiell steigt. Dies ist eine grundlegende Tatsache aller Kriminalstatistiken, die zeigen, dass junge Männer in diesem Zeitraum besonders auffällig werden und zwar zu jeder Zeit in jedem kulturellen Background, also auch schon lange vor der Erfindung von Videospielen. Zweitens, wie auch durch eine neuere Untersuchung von Patrick Kierkegaard belegt wird, geht die Verbreitung dieses Mediums in den letzten 15 Jahren eben gerade nicht mit einem analogen Anstieg von (Jugend)Gewaltkriminalität einher, das Gegenteil ist der Fall.
Er unterstellt den Kritikern der Spiele einen “bias”, der in dem hier diskutierten Beispiel auch wieder deutlich wird. Es wäre natürlich möglich, dass es einen oder mehrere zusätzliche Faktoren gibt, die den Einfluss der Spiele extrem mildern, aber die Spielekritiker ziehen es vor, diese globalen Daten einfach zu ignorieren und lieber auf den gefühlten Anstieg der Kriminalität zu setzen, um ihre Botschaft an den Mann zu bringen.

Als Kuriosum am Rande empfinde ich den Befund, dass sich die Deutsch- und Englisch-Noten der entsprechenden Schüler verschlechter haben. Das legt nahe, dass es in anderen Fächer keine negative oder vielleicht gar eine positie Entwicklung gab, warum sollten Spiele gerade und nur auf diese Fächer einen Einfluss haben?
Ebenso interessant ist die Begrüdung für die Handlungsempfehlung Hopfs (natürlich ein Verbot der Spiele):

Was ist also zu tun?

Hopf: Die Gegenseite sagt, dass man die Medienkompetenz der Schüler verbessern muss. Das ist pure Illusion und eine Lüge. 60 Prozent der deutschen Eltern kümmern sich überhaupt nicht um die Mediennutzung ihrer Kinder. Wie soll dann so etwas erreicht werden?

Was schlagen Sie vor?

Hopf: Mein Vorschlag ist, die Computer-Gewaltspiele zu verbieten. Es gibt keine andere Lösung. Die Verrohung, die dadurch entsteht, ist ja jetzt schon überall zu sehen.

Diese Aussagen lassen eine recht befremdliche Schlussfolgerung zu: man muss die Spiele verbieten, damit sich Eltern auch weiterhin nicht um die Mediennutzung ihrer Kinder kümmern müssen. Dass “die Gegenseite” mindestens in gleichem Maße fordert, dass die Eltern medienkompetenter werden, unterschlägt Hopf bereits zum wiederholten Male. Viele Kulturbereiche und Genres enthalten Darstellungen und Aussagen, die für Kinder/Jugendliche nicht geeignet sind, weil dort aber quasi selbstverständlich und nicht zuletzt durch die Kompetenz der Eltern dafür gesorgt ist, dass Kinder mit den Inhalten nicht in Berührung kommen, wird auch keine entsprechende Forderung nach einer Gesamtzensur gestellt. Denn genau das wird ja gefordert: ein komplettes kulturelles Medium muss sich an den Bedürfnissen von Kindern orientieren. Man stelle sich den feuilletonistischen Aufschrei vor, wenn jemand eine analoge Forderung für Theater, Opernhäuser und Bücher stellen würde.
Das liegt zusätzlich natürlich daran, dass es sich hierbei um etablierte Medien und Kulturprodukte handelt, Videospiele sind dagegen Schund, den man nicht schützen muss und den ausschließlich Kinder konsumieren. Oder kranke Erwachsene…wie wir.

Wenn man sich schon nicht auf die Rente freuen kann...

Und noch ein Eintrag über ein englisches Zitat, diesmal ist es sogar völlig egal, ob es gefälscht oder echt ist. Richard Bartle erklärt die Schlacht um die Zensur von Videospielen kurzerhand für beendet – und “uns” zum Sieger. Anlaß ist die von der britischen Regierung in Auftrag gegebene Untersuchung zu Möglichkeiten der Verbesserung des Schutzes von Kindern vor den Gefahren der neuen Medien, die kürzlich veröffentlicht wurde. Die Psychologin Tanya Byron kommt hier zu sehr neutral formulierten Vorschlägen, die jenseits der üblichen Hysterien vor allem auf mehr Medienkompetenz setzt. Bartle spekuliert, dass nicht zuletzt die Auftraggeber eher etwas anders gelagerte Schlußfolgerungen erwartet hätten. Die Begründung, warum dies nicht geschah, ist simpel: Byron gehört im Gegensatz zu den vehementen Kritikern einer jüngeren Generation an, die mit den Spielen sozialisiert wurde und für die ein Großteil der vorgebrachten Argumente und Befürchtungen schlicht den eigenen Erfahrungen widerspricht:

I’m talking to you, you self-righteous politicians and newspaper columnists, you relics who beat on computer games: you’ve already lost. Enjoy your carping while you can, because tomorrow you’re gone…Gamers vote. Gamers buy newspapers. They won’t vote for you, or buy your newspapers, if you trash their entertainment with your ignorant ravings. Call them social inadequates if you like, but when they have more friends in World of Warcraft than you have in your entire sad little booze-oriented culture of a real life, the most you’ll get from them is pity.

Schtonk 2 - the British Empire strikes back

Der für die Uni Leipzig Honorarprofessor tätige Michael Vogt sorgte durch sein Mitwirken an mehreren historisch “zweifelhaften” Filmen und seine Kontakte zur rechtsextremen Szene im letzten Jahr für einige Aufregung, die letztlich auch zur erzwungenen Beendigung seiner Arbeit führte. Vogt gerierte sich anschließend aus nachzuvollziehenden Gründen als Opfer politischer Machenschaften, da seine Filme, speziell über den Englandflug des Führerstellvertreters Heß und über Kriegsverbrechen der Alliierten, auf angeblich “echten und unwiderlegten Dokumenten” beruhen würden. In einem Interview mit dem aus ähnlichen Gründen mit Vorsicht zu genießenden Onlinemagazin Blaue Narzisse ließ Vogt kaum eines der bekannten Schlagwörter wie “Inquisition”, “Volkspädagogik” und “mediale Hinrichtung” aus, nicht einmal Martin Luther oder Rosa Luxemburgs leider nicht vor ständigem Mißbrauch schützbares Zitat zur Freiheit des Andersdenkenden war vor ihm sicher.

Nun erscheinen allerdings gerade die grundlegenden Dokumente in einem gänzlich neuen Licht. Entdeckt und in entsprechend reißerischen Büchern verwertet hatte sie der britische Historiker Martin Allen, der im Falle Heß behauptete, der Ärmste habe einen ehrlichen Frieden aushandeln wollen, sei aber gemeinsam mit Hitler von den Engländern in eine Falle gelockt worden,. Die Briten hätten der deutschen Führung suggerieren wollten, dass eine Palastrevolution gegen Churchill im Gange und England dann zum Frieden bereit sei. Damit sollte ein deutscher Angriff auf Russland befördert werden, der automatisch eine geringere direkte Bedrohung für England bedeutet hätte. Allens neuestes Buch beschäftigt sich erneut mit einer sensationellen Entdeckung im Kontext des Dritten Reiches, nämlich den angeblichen Beweisen dafür, dass Himmler sich keineswegs selbst umbrachte, sondern er durch die Engländer getötet wurde, damit ihre Kontakte mit Himmler, den sie seit 1943 gegen Hitler in Stellung zu bringen versuchten, nicht an die Öffentlichkeit gerieten. Auch für diese These legte Allen neuentdeckte Dokumente vor, eines davon stammte aus der Feder von Brendan Bracken, Informationsminister unter Churchill und einflussreicher Gründer der Financial Times. Einem Reporter der Zeitung fiel zunächst der wenig zu Bracken passende Schreibstil auf und er stellte Nachforschungen an, die unter anderem ergaben, dass Teile der Schreiben mit einem Laserdrucker (!) hergestellt worden und demnach sicher gefälscht waren. Die Untersuchungen wurde dann auf weitere von Allen verwendete Dokumente ausgedehnt. Das erschreckende Ergebnis:

In all, there were 29 forged documents, each typed on one of only four typewriters. They were placed in 12 separate files, and cited at least once in one or more of Allen’s three books. In fact, according to the experts at the Archives, documents now shown to be forgeries supported controversial arguments central to each of Allen’s books: in Hidden Agenda, five documents now known to be forged helped justify his claim that the Duke of Windsor betrayed military secrets to Hitler; in The Hitler/Hess Deception, 13 bogus papers supported Allen’s contention that, in 1941, British intelligence used members of the Royal Family to fool the Nazis into thinking Britain was on the verge of a pro-German putsch; in Himmler’s Secret War, 22 counterfeit papers also underpinned the book’s core claims that British intelligence played mindgames with Himmler to encourage him to betray Hitler from 1943 onwards, and that ultimately they murdered the SS chief.

None of these forged documents was cited in any other works of history.

Auch wenn die “unwiderlegbaren” Dokumente damit wohl alles andere als glaubwürdig sind, bleiben leider die Fragen danach, wie es sein kann, dass diese Fälschungen in den offiziellen Aktenbestand gelangten. Gegen Allen wird nicht prozessiert, was mit seinen Gesundheitsproblemen begründet und sicher einfach wieder neue Verschwörungstheorien in Gang setzen wird.

Master of Puzzles

Ungefähr 8 laufende Aktenmeter an Beständen verschiedener sächsischer Amtshauptmannschaften – in fliegenden einzelnen Blättern. Damit schlage ich mich im Moment herum und auch wenn manchmal zusammengehörige Seiten nebeneinander liegen, ist dies oft auch wieder nicht der Fall und man findet sehr viel später eine Ergänzung zu einem eigentlich bereits aussortierten Vorgang. Auch thematisch oder zeitlich gibt es keinerlei Sortierung, neben einer Dismembration aus dem Jahre 1740 liegen Planvorgaben für Betriebe von 1952 (der Eingeweihte wird merken, dass dies außerdem bedeutet, dass selbst die Zuordnung zu den Amtshauptmannschaften nicht in jedem Fall korrekt ist und auch andere Bestände betroffen sind). Der positive Aspekt ist, dass es nie langweilig wird und man immer wieder etwas dazu lernt: einige Schriftstücke bezogen sich auf eine Heimbürgerin und ich hielt sie zunächst für eine quasi auf Gemeindekosten lebende Dame, also eine Art Wohlfahrtsempfängerin, schließlich handelte es sich um Akten aus dem Jahr 1907. Ich hätte nicht damit gerechnet, dass es um diese Zeit tatsächlich noch das Amt des Heimbürgers bzw. direkte Heimbürgerbezirke gab, das auf hochmittelalterliche Wurzeln zurückgeht. Der Vorgang endete auch eher unsanft mit einer Strafverhängung, weil die gute Frau ohne Erlaubnis aus ihrem Bezirk weggezogen war. :)

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