Dungeons & Dragons & Jesus

Bei meinen regelmäßigen Streifzügen nach neuen Informationen zu R.G. Hamers Germanischen Neuen Medizin bin ich kürzlich auf die Seite des selbsternannten Heilers Dietmar Krakowczyk gestoßen. Dieser verbreitet in Büchern und im Netz Hamers gefährlichen Unsinn, gepaart – wie nicht selten üblich – mit diversem alternativmedizinischem Kram, der dem Obermotz Hamer eigentlich nicht sehr gefällt (in letzter Zeit trifft die Ketzer sogar der persönliche Bannstrahl). Neben Familienaufstellung ist hier auch die Kinesiologie zu nennen, mit der Krakowczyk ganz erstaunliche Erkenntnisse gewinnt:

Alle Amokläufer, auch wenn sie sich nach ihren Taten selbst töteten, können kinesiologisch abgefragt werden, denn ihre Seele lebt weiter und nimmt ihre Belastungen ins Jenseits mit…Auch ihnen könnte mit der Heilungsformel geholfen werden. Wenn Mitmenschen das richtige Auge für den Gefährdeten haben und sie in der gedanklichen Vorstellung dazu veranlassen, ihnen die Heilungsformel nachzusprechen, lösen sich die Schocks, der Betroffene ist wieder normal und der Amoklauf fällt aus.

Bestandteile dieser Heilungsformel sind so schöne Sätze wie:

Reinige alle Ebenen meines Wesens und öffne meine Haupt- und Neben-Chakren

oder

Erdenmutter Kundalini erwache, steige auf in mir und führe mich zur Erleuchtung und Selbstverwirklichung

und

Hilf mir, mein drittes Auge zu öffnen, damit ich sehe, wie die Welt wirklich ist

Besonders wirkungsvoll war bei mir die folgende Formel, deren Effekt man dadurch steigern kann, dass man sich dabei eine Ansammlung von Mönchen vorstellt, die sie an einem Hamer-Altar andächtig als Choral vortragen:

Bewirke in mir, was sonst nur Tbc-Mykobakterien bewirken können

Ich habe diese Heilungsformel gestern mit verschiedenen Personen ausprobiert und tatsächlich: weder sie noch ich sind Amok gelaufen!

Nicht unterschlagen möchte ich aber den Ansatz eines neuen RPGs, der sich ebenfalls auf den Seiten findet. Es basiert auf Powerzahlen, die jedem Charakter zugeordnet werden können:

Eine der wichtigsten Kennzahlen zur Beurteilung von Menschen ist ihre Power Zahl. Es ist die Verhältniszahl auf einer Skala, auf der definitionsgemäß Jesus den Wert 1000 hat.

Jesus hat also wahrscheinlich, nachdem er erfolgreich alle Quests in den drei Reichen (Himmel, Erde und Hölle) abgeschlossen hat, verdientermaßen Level 1000 erreicht und musste dabei insgesamt auch nur ein einziges Mal gerezzed werden. Der nächsthöhere Charakter hat bisher nur Level 666 geschafft, obwohl ihm das chinesische Powerleveler-Team um Lu Cipher mit fragwürdigen Methoden geholfen hat. Wie erstellt man aber den eigenen Char bzw. erfährt das Anfangslevel? Ganz einfach:

Die Frage nach der Power Zahl eines Menschen richte ich an Gott, der nicht wertet oder richtet, aber genau hinschaut, und ich erhalte tatsächlich Antworten.

Ein zweifellos höchst präzises, wenn auch etwas langweiliges System, erfahrene Spieler neigen ja doch eher zu stundenlangen Würfelorgien. Die Gesinnung des Chars wird ebenso am Beginn festgelegt:

Ein positiver Wert zeigt, dass der Betreffende grundsätzlich positive Absichten hat. Zu Beziehungsproblemen mit ihm kommt es eher aufgrund von Schwächen. Menschen mit negativer Power Zahl hingegen hegen bewusst Negatives. Sie sind immer mit Vorsicht zu genießen.

Und hier kommt dann gleich der Clou, der dem Spiel zweifellos das Prädikat “Besonders wertvoll” einbringen wird:

Wenn sie nach direktem Appell an sie nicht umkehren, breche ich weitere Kontakte zu ihnen ab, selbst schon bei P = – 1!

Böse Charaktere dürfen einfach nicht mehr mitspielen. Hart, aber ungerecht.

Die Berliner Sinfoniker...

…waren es zwar nicht, die mich letzte Woche in unserer Hauptstadt begeistern konnten, aber die Progressiv-Metaller von Symhony X sind zumindest spieltechnisch ganz nah dran. Kein wirkliches Kunstück, wenn man mit Michael Romeo einen der besten Gitarristen und in Russell Allen einen begnadeten Sänger und Entertainer in seinen Reihen hat (ohne den Rest der Bandmitglieder unter Wert verkaufen zu wollen). Das letzte Album Paradise Lost fiel überraschen hart, fast schon trashig aus, ohne dass man nicht bei jeder Sekunde hören würde, um welche Band es sich handelt, weil sowohl Gitarrensound/Riffing als auch der mit einem leichten 70er-/Hardrock-Touch versehene Gesang und der Kompositionsstil einen extrem hohen Wiedererkennungswert besitzen (Anspieltips: Set the world on fire, »Paradise Lost« und »Sacrifice«).

Charakteristisch sind zudem die vielen Breaks und nicht zuletzt die Balladen oder wenigstens langsamen Zwischenstücke, auf die beim Konzert aber weitgehend verzichtet wurde. Dort dominierten verständlicherweise die härteren und schnellen Songs und dass diese technisch nahezu makellos gespielt wurden, war zu erwarten. Weniger selbstverständlich in diesem Musiksektor ist allerdings der offensichtlich enorme Spaß, den die Band an ihrem Auftritt hatte. Der unglaublich sympathische Hüne Allen unterhielt die gut gefüllte Columbiahalle mit nie bemüht witzig wirkenden Zwischenbemerkungen und sang nebenbei wie ein junger Gott.

Der Unterschied zu den beiden Vorbands war speziell in dieser Hinsicht zu spüren. Gerade Dreamscape blieben im Vergleich doch ein wenig statisch, die Norweger Circus Maximus waren hier schon überzeugender. Letztere gefielen mir auch musikalisch ein wenig besser, weil ich gerade bei komplexer Musik doch gern hin und wieder eingängige Melodien mag. :) Aber das ist natürlich Geschmackssache und wenn ich den Vergleich noch ausweite auf die letztjährigen Konzerte von Kelly Clarkson (geschenkte Karte! :-)) und Evanescence bilde ich mir schon ein, dass ein riesiger Unterschied besteht zwischen der Außendarstellung einer gewachsenen Band und den bezahlten Backgroundmusikern für eine Sängerin.

Die Kölner haben ihre Chance zwar leider schon verpasst, aber wer sonst noch in der Nähe der Tourstationen wohnt: hingehen!

Ich hasse Köln!

Erst nimmt es mir zwei meiner besten Freunde weg (siehe vorherigen Eintrag von Tommy) und jetzt auch noch die Games Convention. Die “Gerüchte” häufen sich inzwischen doch zu sehr, als dass man den Dementis noch Glauben schenken könnte. Nicht, dass ich wirklich etwas auf die alljährlichen Beteuerungen bezüglich der großartigen und einmaligen Unterstützung der GC durch die Stadt und die Leipziger Messe während der Auftaktveranstaltung im Gewandhaus gegeben hätte. Aber ein klein wenig gefiel es mir als Ex-Leipziger schon, dass sich diese Messe über die Jahre derart erfolgreich entwickelte und zur zweitwichtigsten ihrer Art aufstieg – und das eben “im Osten”. Die bisher kolportierten Begründungen sind zum Teil so schwachsinnig, dass man nur mit dem Kopf schütteln kann. Eine DER deutschen Messestädte hat nicht genügend hochklassige Übernachtungsmöglichkeiten?? Ein Flughafen, eine direkte Autobahnabfahrt und der größte Kopfbahnhof Europas reichen als Verkehrsanbindung nicht aus??? Sollte man vielleicht noch einen UFO-Landeplatz bauen? Entscheidender dürfte wahrscheinlich die Formulierung “Zudem habe es “ein sehr entgegenkommendes Angebot der Kölner” gegeben.” sein.

P.S.: Vielleicht sollte ich statt “Köln” lieber “rheinischer Kapitalismus” schreiben, wäre eigentlich ein gar nicht mal so übles Wortspiel…

12, 11, 10, 9, 8, 7, 6, 5, 4, 3, 2, 1

Hannes wirft und ich fang brav auf. Die üblichen Dinge wie Essen, Trinken, Atmen lass ich aber außen vor:

12 Dinge, die dich ärgern:

  1. Uneinsichtigkeit
  2. Lernunwilligkeit
  3. Desinteresse
  4. Gier
  5. Fanatismus
  6. unwissenschftliche Argumentationen
  7. schlechte Bücher
  8. Kundensupport bei einigen Firmen
  9. Zahlungsmoral bei einigen Firmen
  10. Webseiten mit unmotivierten Geflimmer und Ton
  11. keine Wahl zu haben
  12. Worddokumente und HTML-E-Mails

11 Dinge, ohne die du nicht leben könntest:

  1. Bücher
  2. Computer
  3. Internet
  4. Auto
  5. Pflanzen (in der Wohnung)
  6. Zeit zum Lesen
  7. Kaffee
  8. Geschirrspülmaschine
  9. Open-Source-Programme im Allgemeinen
  10. Kate im Speziellen
  11. [ctrl]-[tab]

10 Dinge, auf die du dich freust:

  1. auf das nächste Buch
  2. Sommer
  3. Wockenende ™ im Allgemeinen
  4. Freitag Abend im Speziellen
  5. KDE 4
  6. Ein fertiges Projekt, das Gefallen findet
  7. Ein Projekt, das Erwartungen übertrifft
  8. Rollerbladen
  9. Wasabi-Nüsse
  10. der erste Kaffee am Morgen

9 Dinge, die du täglich trägst:

  1. Kleidung (Ha! Wer hätte das gedacht?)
  2. Brille
  3. ein Katze (kein Witz)
  4. Bart
  5. Ohrringe
  6. Tätowierungen
  7. Telefonhörer
  8. Zopfgummi
  9. Pippi zur Toilette

8 Serien bzw. Filme, die du dir immer wieder anschauen könntest:

  1. Dune
  2. Leben das Brian
  3. Das fünfte Element
  4. Black Adder
  5. Band of Brothers
  6. Herr der Ringe ohne Frodo
  7. Bud Spencer und Terence Hill (darf aber nicht gegen mich verwendet werden)
  8. hab ich Dune schon erwähnt?

7 Objekte, die du täglich anfasst:

  1. Wecker
  2. mindestens ein Buch
  3. Tastatur
  4. Maus
  5. beide Katzen
  6. Päckchen mit Tabak
  7. Balkontür

6 Dinge, die du jeden Tag tust:

  1. Lesen
  2. Gedanken nachhängen
  3. im Internet surfen
  4. Die Antwort der letzten Frage küssen
  5. 250 E-Mails empfangen
  6. RSS-Feeds lesen

5 Lebensmittel, ohne die du nicht leben könntest:

  1. Sambal Oelek
  2. Chilibohnen
  3. Risottoreis
  4. Parmesan
  5. Katzenfutter (Haha! Interpretationen sind erlaubt. :-))

4 Menschen, mit denen du gern mehr Zeit verbringen würdest:

  1. Siehe letzte Frage
  2. Tobias, der Co-Autor dieses Weblogs
  3. Freunde und Familie, die nicht mehr in der Nähe wohnen
  4. einige Protagonisten diverser Bücher

3 deiner momentanen Lieblingslieder:

  1. Sonic Syndicate — Denied
  2. Disturbed — Intoxication
  3. In Flames — Clay Man

2 Menschen, die dein Leben sehr beeinflusst haben:

  1. Meine Eltern, nehm’ ich jetzt einfach mal als eine Person
  2. als Fremder vermutlich Umberto Eco

1 Mensch, mit dem du den Rest deines Lebens verbringen könntest:

  1. mit meiner Freundin Antje (auch wenn das kitschig klingt, aber: »Is’ so!«)

Is ‘ne Menge Text und man braucht schon ‘ne Weile dafür, deswegen reich ich das mal an Agi und den Moe weiter, die haben eh nix zu tun. ;)

Amokeierlauf

Im Fischblog findet sich der Link zu einer Studie, die auf eine statistische Korrelation zwischen niedrigem (!) Cholesterinspiegel und Schulverweisen bzw. aggressivem Verhalten hinweist:

The authors concluded that, among non-African-American children, low total cholesterol is associated with school suspension or expulsion and that low total cholesterol may be a risk factor for aggression or a risk marker for other biologic variables that predispose to aggression.

Das wäre ja einmal eine durchaus interessante Frage im Hinblick auf die hier mehrfach kritisierten Behauptungen bezüglich des ach so furchtbaren Einflusses diverser Medien auf jugendliche Gewalttäter und die damit einhergehenden Zensurdebatten. Vielleicht gibt es ja dann bald einen modifizierten bayrischen Gesetzentwurf, der den Verkauf eines Egoshooters nur noch im Bundle mit einem halben Liter Milch inklusive zwei darin aufgeschlagener Eier in der Feldflasche erlaubt?

BAFÖG-Amt, Krankenkasse und Rentenversicherung...

…können sich nach einer kurzen Unterbrechung wieder darauf freuen, mich auszubluten. Auch in diesem Jahr erlaubt mir der Freistaat Sachsen wieder gnädig einen Griff in seinen prallgefüllten Steuersäckel, denn bald darf ich wieder per Werkvertrag im Staatsarchiv Chemnitz in unerschlossenen Aktenbeständen wühlen. Noch weiss ich nicht, was genau diesmal zu bearbeiten sein wird, aber die letzten beiden Jahre waren auf jeden Fall sehr interessant. Personalunterlagen von Beamten, vor allem Lehrern, aus der Zeit von ca. 1900-1950 sind äußerst spannend, da sie gleich mehrere politische/ideologische Brüche (1918, 1933, 1945) und ihre Auswirkungen dokumentieren. Auch die Akten von Gesundheitsämtern stellen, besonders im Hinblick auf die massenhafte Zwangssterilisierung bis hin zur Euthanasieaktion T4 sowohl lehrreiche als auch ungemein bedrückende und erschreckende Quellen dar. Informative Handbücher und Fachliteratur sowie gut gemachte Dokumentationen sind eine Sache, aber wenn man im originalen Schriftwechsel nachvollziehen kann, wie Menschen, deren Leben durch die Akten ja zumindest ausschnittsweise repräsentiert wird, letztendlich ermordet wurden, ist dies doch ein viel tieferer Zugang (ähnlich verhält es sich mit Todesmeldungen aus Auschwitz).
Im letzten Jahr drehte sich der Großteil der Arbeit dann um Wirtschaftsüberlieferungen aus der ehemaligen DDR, ein anderes Feld, aber durchaus nicht weniger interessant, gerade was die erste Dekade nach Kriegsende betrifft. Ich hoffe, dass ich meine bisherigen schriftlichen Ansätze endlich mal in ausführlichere Blogeinträge zu den einzelnen Beständen und Inhalten umformulieren kann. :-)

Karneval

Ich wohn’ ja doch schon ein paar Meter vom Zentrum weit weg. Aber heut’ steht der Wind so günstig. Meine Herren! Ein Lärm weht es von da herüber.

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