Bambi oder Bembel

Das Scientology feiernde Video eines teilweise geradezu irre wirkenden Tom Cruise geistert schon seit einigen Tagen durchs Netz, obwohl Hubbards Science-Fiction-Kirche sich sehr bemühte, selbiges zu verhindern. Eigentlich unverständlich, denn wenn Cruise nicht zuletzt dank der Schützenhilfe der FAZ bereits für die Darstellung des Hitlerattentäters Stauffenberg einen Courage-Bambi bekam, welche Ehrungen müssten ihm erst für die Tapferkeit zustehen, diese bizarren Äußerungen (hier gibt einige Erklärungen der “Fachbegriffe”) auf Zelluloid zu bannen?

Das einzig Positive ist, dass das Video geradezu nach einer Parodie schreit. Neben einer kurzen Einlage in Comedy Centrals Colbert Report (den ich neben der “Daily Show” im Übrigen allen nur wärmstens an’s Herz legen kann!) ist hier vor allem das Video von Schauspielerkollege Jerry O’Connell zu nennen. Ich hoffe, es gibt bald noch mehr davon.

Kerner als Uriloge

Die Marketingmaschine für Gellers Show muss natürlich noch ein wenig am Laufen gehalten werden und da überrascht es nicht, dass er gestern bei JBK eingeladen war. Da ich der Sendung immer nur in kurzen Dosen beiwohnen kann, bevor ich aus technischen Gründen (Schleim geht so schlecht aus dem Teppich) wieder umschalte, will ich die Sendung nicht komplett bewerten. Eine Behauptung Gellers fand ich aber bemerkenswert: nach dem fast kritisch zu nennenden Hinweis, dass alte Uhren, vor allem wenn sie erwärmt/bewegt werden, gar nicht so selten plötzlich von allein wieder funktionieren, gestand er zu, dass dies in ca. 25% der Fälle zuträfe, aber es blieben 25%, bei denen man es nicht erklären könne!
Wahrscheinlich jeder – außer Kerner – würde sich da nun die Frage stellen, wie zur Hölle man den einen vom anderen Fall unterscheiden können soll. Wahrscheinlich muss man dazu die speziellen “Begabungen” Gellers besitzen…

Agenda 666 - Garant für einen feurigen Aufschwung

Einigen dürfte Varg Vikernes als irrer Rassist und Mörder ein Begriff sein, aber vielleicht setzt sich ja bald eine kürzlich in einem Forum geäußerte, leicht veränderte Sichtweise durch:

Skandinavien ist voll von Satanisten, wie können Sie nur Ihre Augen verschließen? Denken Sie doch mal an Varg Vikernes…Sie haben sich mit Satan verbündet, deswegen schenkt der Fürst der Welt den Skandinaviern wirtschaftlichen Wohlstand. Aber es wird der Tag kommen, an dem wird sich der Zorn des HERRN über Helsinki, Oslo und Stockholm ergießen!!!!!!!!!!!!!!! Und es wird ein grausamer Tag sein (für die Skandinavier).

Schon eine kurze Überprüfung zeigt, wie klar dieser Zusammenhang ist, schließlich basiert der Wohlstand Norwegens auf Öl, dessen Farbe bereits eindeutig auf seinen Ursprung als Erzeugnis des Fürsten der Finsternis hinweist. Ein berühmtes schwedisches Einrichtungshaus verwendet ganz offen satanische Beschwörungsformeln (“MYSA RÖNN”, “FOTHULT”) als Bezeichnung für seine Produkte. Und die NOKIA-Telefone klingeln vorwiegend dann, wenn ihre Besitzer gerade beten und transportieren unterschwellig obszöne Botschaften direkt in ihre Hirne.

Satanisten als Motor der einheimischen Wirtschaft, vielleicht sollte das demnächst am Kabinettstisch debattiert werden, gerade im strukturschwachen Osten könnte man ja eventuell Fördermittel von Opern und Schauspielhäusern für das Casting von Black Metal-Bands verwenden…

Ergänzung: Selbst wenn die betreffende Dame nur ein Pseudonym/Troll sein sollte, die Theorie ist erstens trotzdem witzig und ich kenne auch genügend Leute, die sie tatsächlich glauben würden. :-)

KDE 4.0.0 is da

Heute wurde offiziell KDE 4.0.0 veröffentlicht.

Die frühe Veröffentlichung soll aber wohl hauptsächlich Entwickler dazu anregen KDE zu testen und Bugreports zu schreiben. Ich freu mich aber schon, wenn in Lenny verfügbar sein wird.

Änderungen gibt es massenhaft. Einen Überblick kann man sich in der oben stehenden Meldung verschaffen. Wer vorserst nur an Eindrücken und Bildern interessiert ist, empfehle ich den KDE 4.0 Visual Guide.

Wer mehr an der Diskussion um KDE 3.5 und KDE 4.0 interessiert ist, den verweise ich an den talking bluntly -Eintrag von Aaron Seigo. Das ist einer der Entwicker von KDE.

Ist euch

schonmal aufgefallen, dass so eingeschweißte Wurst und Käse immer verkehrt herum drin liegt?

Also an der Seite mit der Öffnung liegt die erste Scheibe immer unten und man muss die Packung immer ganz öffnen um die oberste Scheibe entnehmen zu können.

Kann das mal einer ändern? Oder muss ich mir jetzt immer frische Ware kaufen?

You've reached the next Löffel

Uri Geller geistert schon seit den 70ern über die Fernsehschirme der westlichen Welt und unzählige Haushaltsgegenstände zählen zu seinen angeblichen Opfern, ganz abgesehen von den Hirnen derjenigen, die glauben, dass er tatsächlich paranormale Fähigkeiten besäße. In Wahrheit handelt es sich um für Experten relativ simple Zaubertricks, die auch schon längst als solche entlarvt wurden. Nichtsdestotrotz startet heute auf Pro7 eine neue Show mit dem magischen Stehaufmännchen, eine Adaption der urprünglich in Israel gelaufenen Sendung “The Successor”. Gestern lief dazu bereits eine Art Warm-up-Show, ein völlig kritikloses Abfeiern Gellers, garniert mit alten TV-Bildern und Interviews.

Solange hier tatsächlich nur Mentalisten gesucht werden, gibts auch wenig zu kritisieren, problematisch ist bei Geller eben nur, dass er behauptet, tatsächlich übernatürliche Kräfte zu besitzen, damit u.a. für Geheimdienste gearbeitet zu haben und auf dieser Basis dann auch Bücher über Edelsteine oder Medizin verkauft.
Neben den Videos von James Randi, der sich als einer der ersten bereits vor 30 Jahren mit Geller beschäftigte sei noch auf den genialen Sketch von Hugh Laurie und Stephen Fry verwiesen.

Alien vs Predator 2: Requiem (für das Hirn)

Die im Comic- und vor allem im Videospielbereich durchaus gelungene Verschmelzung der Stories der beiden eigentlich voneinander unabhängiger Universen der “Alien” bzw. “Predator”-Filme hat inzwischen eine weitere kleinere Filmreihe inspiriert, deren zweiten Teil ich am letzten Wochenende bewundern durfte.
Nachdem im Vorgänger ein riesiges irdisches Trainingsgelände für angehende Predatoren, in dem die Aliens in ihren diversen unappetitlichen Entwicklungsstadien als Beute dienten, im Mittelpunkt stand, crasht zu Beginn des neuen Films ein Raumschiff in den Wälder Colorados. An Bord – man ahnt es – viele kleine Aliens und ein sauber von innen abgenagter Predator, der zur unfreiwilligen Mami einer neuartigen Kreuzung zwischen den beiden Rassen wurde. Diese lustige Schar macht sich nun über die Bewohner einer netten amerikanischen Kleinstadt her, während sich aus den Tiefen des Alls der Wolle Schäuble der Predatoren aufmacht, die freigesetzten Aliens zu erledigen, denn dank Onlineüberwachung konnte er den Tod der Kollegen quasi live beobachten.

Die menschlichen Hauptpersonen des Films sind so klischeehaft, dass man auch versteht, warum kaum Zeit für ihre Charakterisierung verschwendet wird. Zwei Brüder stehen im Mittelpunkt, wobei der ältere gerade in die Stadt zurückkehrt, um seinem offenbar in Schwierigkeiten steckenden Bruder zu helfen. Witzigerweise ist der Heimkehrer gerade im Knast gewesen, während der Jüngere Pizzen ausfährt – ob da irgendwie die Handlungsfäden durcheinander gerieten? Egal, beide haben mit dem Rest der Personen gemein, dass man sich mit zunehmender Länge des Filmes nur wünscht, sie würden endlich von den Monstern zerstückelt. Die offenbar an Sigourney Weavers Figur aus den Alien-Verfilmungen angelehnte toughe Irakkriegsveteranin (mit Kind), ein zu netter Sheriff und natürlich die blonde Angebetete des jüngeren Bruders, die eben ihrem Freund den Laufpass gegeben hat (der diesen daraufhin zu Recht verprügelt). Hölzernes Acting und grauenhafte Dialoge sind bei derartigen Filmen vielleicht noch verzeihlich, aber auch die Actionsequenzen sind höchstens drittklassig, viel zu schlecht ausgeleuchtet und vorhersehbar. Blut und Gekröse sieht man reichlich, nackte Brüste gar nicht, weil Blondie beim Date im Schwimmbad nur bis zur Unterwäsche kommt, bevor der Ex und seine Kumpels auftauchen (und gleich danach das Predalien). Schwangere sollten den Film allerdings meiden, da in einer ausführlichen Szene im Krankenhaus ihre Leidensgenossinnen von den Aliens fein säuberlich eingesponnen werden, nachdem sie ihnen eine Art Cumshot in den Mund verpassten (der Sinn? – keine Ahnung!).

Solange man nicht allein ins Kino geht, können derart miese Filme dann ja durchaus trotzdem Spaß machen, interne Wetten über das nächste Opfer, Anfeuern der Monster und nicht zuletzt die unfreiwillige Komik der Dialoge (Bruder X zu Bruder Y, dem gerade ein Alienschwanz einen Meter aus der Brust ragte: “Bist du ok?” – “Ja!”) ersetzen Interesse an Handlung, Charakteren oder Spannung durch halsbrecherische Action. Am meisten erschrocken war ich bei der Information, dass man in den USA für 4 Pizzen sage und schreibe 53.50 bezahlt (!).

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