Compiz + Beryl = Coral

Die Spatzen pfeifen es schon von den Dächern:
In den Beiträgen des Compiz-Forums und der Beryl-Mailing-List wird die erneute Zusammenarbeit von Beryl und Compiz diskutiert. Der neue Name für das Projekt könnte Coral sein.

Find ich gut den Schritt. Nach dem Fork hat man jetzt doch bemerkt, dass beide wohl auf derselben Basis stehen. Quinn Storm behält sich für Beryl jedoch das Recht vor, zu “re-forken”, wenn die Zusammenarbeit nicht funtkioniert:

It is indeed a concern that we might lose our freedom in a ‘merge’, but I have been convinced that it isn’t a major concern (and of course we reserve the right to re-fork).

(via: linux.com)

Welt Online

Die Welt hat nun ja irgendwie ein neues Gesicht bekommen.
Ich les’ die ja sonst recht selten, gehört ja nicht unbedingt zum Lieblingspublikationen.
Aber wer bitteschön soll mit neuen webzwonulligen Version etwas anfangen?
Wer kann so eine Seite benutzen?

Ich kann ja nicht einmal hinschauen.


So gesehen im Konqueror 3.5.5.

Günther Becksteins großer Tag

Heute berät der Bundesrat über den “Killerspiel”-Gesetzentwurf Bayerns. Der Begriff “Killerspiel” scheint inzwischen trotz der Tatsache, dass er gemessen am Inhalt der Spiele unzutreffend ist, derart objektiviert worden zu sein, dass er als offizielle Genrebezeichnung auftritt. Dies ist eine logische Folge der von den Kritikern verfolgten Strategie, diese Spiele und Filme als erstes moralisch-ethisch zu diskreditieren. Jeder prominente Gegner macht dies in nahezu jedem Statement klar; es handelt sich um Dreck und Schmutz, eine Gesellschaft, die dies nicht verbietet, ist “krank”. Die Gefährlichkeit wird auf diese Art und Weise bereits vor jeglicher Präsentation wissenschaftlicher Daten “nachgewiesen” und daher genügt es, wenn Täter derartige Medien besaßen, um diese als Ursache zu identifizieren. Dass die entsprechenden Studien wesentlich komplexere und auch widersprüchliche Ergebnisse vorweisen, die im Übrigen nie kriminelle Gewaltausübung untersucht haben (genau diese steht aber im Zentrum der Debatten), kann man hierbei dann ignorieren.

Psychologisch ist dies so geschickt und öffentlichkeitswirksam, dass selbst Verteidiger es groteskerweise anerkennen. So hat der Deutsche Kulturrat zwar dankenswerterweise Videospiele verbal unter den Schutz der Kunstfreiheit gestellt, gleichzeitig aber auch deutlich gemacht, dass es sich hier um Geschmacklosigkeiten und Schund minderer Qualität handele.

Aber das nur am Rande, ich möchte die prinzipiellen Argumentationsmuster in einer längeren Abhandlung demnächst gesondert untersuchen. Eigentlich geht es hier nur um folgende Äußerung von G. Beckstein, welche die Gefährlichkeit der Computerspiele belegen soll und gleichzeitig ein generelles Verbot als einzigen Ausweg anpreist:

Allerdings sehe ich in der Kriminalstatistik, dass die häufigste Problematik bei 18- bis 25-Jährigen liegt, und da hilft mir der Jugendschutz nichts. Da brauche ich ein Verbot.

Auch hier ist die Frage, inwieweit Medien an den kriminellen Handlungen ursächlich beteiligt sind, bereits positiv beantwortet. Die Behauptung ist aber vor allem aus einem anderen Grund irreführend, um nicht zu sagen verlogen: dass Menschen (v.a. Männer) in dieser Altergruppe besonders häufig straffällig sind, ist ein historisch und kulturell universelles Phänomen, seit es Kriminalstatistiken gibt (Zweiter Periodischer Sicherheitsbericht der Bundesregierung, Langfassung, S. 357)!
Diese Häufung der Delinquienz im fraglichen Alter existiert also seit mindestens 100 Jahren und zwar global. Beckstein schießt sich mit dem Verweis auf diese statistischen Daten also geradezu vorbildlich selbst ins Bein (Disclaimer für die BPjS: aus diesem würde natürlich, wenn überhaupt, nur grünes Blut fließen): wenn diese Häufung schon lange vor der Existenz der fraglichen Medien existierte, muss sie mit ziemlicher Sicherheit andere Gründe haben.

short rant

Von der Sache mit den Gesichtserkennungssystemem kann man ja halten was man will.

Rein technisch gesehen hab’ ich da ja ernste Bedenken, solange die Personaleinspargetränkebehälterrückgabeautomaten nicht mal ‘nen billigen Barcode erkennen können und die Flaschen dutzendweise zurückweisen.

Ich finde die Rückgabeprozedur des Mehrwegsystems mittlerweile so daneben, dass ich nur noch Einweg kaufe – also speziell den Krams, wo kein sichtbarer Pfand drauf ist. Das kann man wenigstens vernünftig wegschmeißen. Mit Vorliebe in normalen Hausmüll respektive auf die Straße oder Kreuzung vor Burgerking oder McDonnalds. Da fällt’s auch nicht so auf.

Das Märchen von den magischen drei Punkten

Die Beschäftigung mit den Randgebieten der Pseudo- und Alternativwissenschaften birgt für den Historiker den Vorteil einer Unzahl von Beispielen für gefälschte oder manipulierte Quellen. Viele sind exemplarisch dafür, wie man NICHT arbeiten sollte. Es sei denn, man möchte – wie in diesen Bereichen natürlich der Fall – seine Sichtweisen auf Biegen und Brechen “beweisen” und findet ein entsprechend vorgeschädigtes Publikum. Besonders gern verwendet der Crank (respektive Psychopath) “offizielle” Quellen, obwohl er sonst mit größter Vehemenz gegen alles Offizielle kämpft, es in der Regel sogar genügt, entsprechende Aussagen, die nicht ins eigene Konzept passen, als Mainstream zu bezeichnen um es in den Augen der bewundernden Anhänger zu diskreditieren.

Die Logik scheint einfach: wenn sogar die Mainstream-Quellen mich bestätigen, muss die Faktenlage ja nun wohl völlig eindeutig FÜR mich sprechen. Deswegen zitieren Antisemiten Juden, Holocaustleugner bekannte Historiker, Leugner der Realitivitätstheroie Einstein und Kryptohistoriker durchaus auch aus Original-Quellen. Allerdings kann man eben auch wörtlich korrekt zitieren und trotzdem den Sinn und Kontext einer Aussage komplett verfälschen.

Ein “schönes” Beispiel enthält die Patientenerklärung einer deutschen Impfgegnergruppe. Letztere ist relativ eng verbandelt mit der Germanischen Neuen Medizin des R.G. Hamer, die soeben ein erneutes sinnloses Todesopfer in Italien gefordert hat.
Diese Erklärung enthält einen Bezug auf einen Artikel von Sieghart Dittmann über Impfrisiken (Bundesgesundheitsbl – Gesundheitsforsch – Gesundheitsschutz
2002 · 45:316–322). Dass dieser ehemals stellvertretender Vorsitzender der Ständigen Impfkommission war, wird noch einmal deutlich hervorgehoben. Das Autoritäts-Argument funktioniert nämlich durchaus, solange es FÜR den Pseudowissenschaftler spricht.

Der zitierte Abschnitt erweckt nun den Eindruck, als gäbe es quasi keinerlei gesichertes Wissen darüber, ob Impfungen wirklich helfen und wie riskant sie eventuell sein können. Genau dies wird dann unter Punkt 3 auch geschlussfolgert:

Aufgrund dieser Veröffentlichung ist die Nutzen-Risiko-Abwägung für die o.g. Schutzimpfung für mich / uns nicht möglich, so dass ich / wir keine rechtswirksame Einwilligung für die o.g. Schutzimpfung geben.

Man müsste den zitierten Artikel allerdings gar nicht sehr weit lesen, um genau diese Abwägung thematisiert zu sehen. Nämlich genau bis zum Titel. Dieser lautet: “Risiko des Impfens
und das noch größere Risiko, nicht geimpft zu sein”. Dadurch, dass man u.a. einige Sätze auslässt, genauer:

...Es ist durchaus möglich, dass diese meist als Einzelfall (Kasuistik) berichteten möglichen Komplikationen eher zufällig in zeitlicher Koinzidenz mit der Impfung auftraten. Zwei Drittel der von den Expertenkomitees des Instituts für Medizin der US-amerikanischen Akademie der Wissenschaften analysierten möglichen Komplikationen nach Schutzimpfungen des Kindesalters konnten ursächlich weder zugeordnet noch ausgeschlossen werden.

werden dem Leser wichtige Informationen vorenthalten.

Im Kontext wird klar, dass einerseits die Fallzahlen sehr gering sind (was für die Risiko-Nutzen-Abwägung eigentlich sehr wichtig wäre) und es andererseits einige Unterschiede zwischen modernen westlichen Staaten und Entwicklungsländern gibt, was die Kontrolle einer Impfkampagne, das Verständnis der Zusammenhänge und die entsprechenden Rückmeldungen betrifft. Daraus entstehen die benannten Unsicherheiten bezüglich der gemeldeten Impfschäden, NICHT des Erfolges der Impfungen. Grundsätzlich gibt es keinerlei Zweifel an der Effizienz von Impfungen, ohne dass Risiken von Impfschäden 100%ig ausgeschlossen werden können, allerdings sind die Risiken im Vergleich zur Schutzwirkung so gering, dass es bei halbwegs vernünftiger Betrachtung überhaupt keine Frage sein DARF, wie die entsprechende Analyse ausfällt.

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