Linuxfirewall

Die Frage, welche Firewall man denn nun verwenden soll bzw. die beste ist, begegnet man in windowsaffinen Foren häufig. Für Linux stellt sich die Frage nicht wirklich. Seit der Version 2.4 des Kernels ist netfilter/iptables (Nachfolger von ipchains und ipfwadm) fester Bestandteil desselben.

Die einzige Frage, welche sich stellt, ist die Frage nach dem besten Konfigurationswerkzeug für die zu erstellenden Regeln für iptables. Chirs Lynch ist der Frage in diesem Artikel auf Newsforge nachgegangen.

Er beschreibt drei verschiedene Arten und Applikationen, die sich für solches Vorgehen u.a. eignen: Einmal wäre da FireHOL mit einer eigenen einfach zu erlernenden Konfigurationssprache. Zum anderen wäre da der GUI-basierte Guarddog für KDE. Und zum dritten stellt er uns den webbasierten Easy Firewall Generator vor, der ein einfaches Bash-Skript erzeugt.

Wer nach noch mehr Beispielen sucht, der sollte in Kommentaren fündig werden.

Annalen 1510

(Fol. 31b)

1510

Ist vorschiden die Hochgeborne Furstin Zedena, gewest ein elich gemal Herzog Alberts, Also geistlich, tugentsammen und Christlich, das auch irer g. G. Herzog Albert: stets wo in ehr in Christlichen sachen hat streits halben überlegen, vormeint sulchs durch ire vorbeth gescheen, sagende das: O goth lob, die Mutter Zedena hat awer goth gebethen. Der geburth ein Böhemyn, ein Tochter Girsigk. Alzo den armen leuthen genedig, das goth wolt, der massen weren itzunner Fürstin und Herrn. Hat gelebt 63 Jhar. Und ist 64 vorschiden.

Ein Malerin mit dem zunamen, alhie zu Zwigkau, gewest ein zeuberin awer Schwarzkünstige, seher ein altbetagt weip, welche wunder hörliche werk zugericht, durch ire irrgleubig kunst.
(Fol. 32a)
Dan viler menschen gesuntheiten in schwere geberechen einmgefurth. Di sehende vorblendet, Frischlewende in tod vorgift, Gesunder menschen bein vorlehmeth, und das ein ubertrefflich laster ist, den hurmeidelein durch ire falsche arth di frucht abgetriben. Und welchs uber das alles kleglich und erschreglich jre teuflische kunst, eynen bösen, irrigen und seher schedlichen samen, hinter sich gelassen. Umb solcher und anderer vhiler übeltat hat entlich den lon entpfangen uff dz si mit feuer ist vorbrant wurden, mit buchern und kunst am halse ir gehangen, Ist gescheen den Freitag nach Judica.

(Randbemerkung = Rumor fuit eam fuisse Momalem propter nimiam literarum exporientiam
Freitag nach Judica = 22. März)

Den Montag nach Quasimodogeniti ist gelegtwurden der erste grundstein der Lucernen vor dem peinhause unser lieben Frauen Kirche.

Der umbgang vor alle Christgleubig elende selen Sontags und Montags gehalden erstlich angefangen Vocem Jocunditates.

(Montag nach Quasimodogeniti = 8. April
Vocem Jocunditates = 5. Mai)

(Fol. 32b)

Sein di von Erforth (alß man sagt) Eisern wurden, alzo das si von wegen schir unglaublichs armutes nimande haben vormogt das seine zureichen, Wlechs gescheen auss unvleiß der regenten diser Stadt, geschigen anderer. Sein gewest vorpflicht uber drei und zwentzig tausent gulden heubt summe.

(Randbemerkung = Vide, quid facit praelatorum injuria)

Counterstrike

Eine in ihrer Stringenz und überzeugenden Darstellung auf den ersten Blick verblüffend naheliegende Gegenanalyse zum alltäglichen Geschrei über die Verblödung der Massen durch TV und Computerspiele bietet ein Artikel von Steven Johnson in der New York Times (kostenlose, sich definitiv lohnende Registrierung erforderlich). Er weist anhand moderner und überaus populärer Shows wie “Emergency Room”, “The Sopranos” oder “24” nach, um wieviel höher die Anforderungen an die Zuschauer im Vergleich zu älteren Klassikern sind. Eine große Zahl von parallelen Handlungen, Referenzen zu aktuellen politisch-sozialen Diskussionen oder älteren Folgen, schnellere Dialoge und vieles mehr belegen, dass die simple These, dass wir in den angesprochenen Medien nur das Beispiel einer zwangsläufigen Abwärtsspirale hin zu Kulturlosigkeit, Dummheit und Gewaltverherrlichung sehen müssen, nicht so stichhaltig und logisch ist, wie ihre weite Akzeptanz nahelegt. Der Schwerpunkt liegt zwar bei TV-Serien, aber auch die Erfahrungen, die viele Zuschauer dank Internet und moderner PC-Spiele besitzen, gehören nach Johnson zu den Gründen für diese Entwicklung:

The economics of television syndication and DVD sales mean that there’s a tremendous financial pressure to make programs that can be watched multiple times, revealing new nuances and shadings on the third viewing. Meanwhile, the Web has created a forum for annotation and commentary that allows more complicated shows to prosper, thanks to the fan sites where each episode of shows like ‘’Lost’’ or ‘’Alias’’ is dissected with an intensity usually reserved for Talmud scholars. Finally, interactive games have trained a new generation of media consumers to probe complex environments and to think on their feet, and that gamer audience has now come to expect the same challenges from their television shows. In the end, the Sleeper Curve tells us something about the human mind. It may be drawn toward the sensational where content is concerned—sex does sell, after all. But the mind also likes to be challenged; there’s real pleasure to be found in solving puzzles, detecting patterns or unpacking a complex narrative system.

Annalen 1509

(Fol. 15a)

1509

Litera dominicalis G

Am abend der erfindung des heiligen Creuzes ist in got vorschiden der wirdig her Balthasar Teufel, ein vorstendiger wolgelerther man, welcher sein leben löblicher gedechtnis erbarlich und pristerlich alhie zu Zwigkau ein lange zeit gefürt und vil vleiß rechtschaffung zumachen heilige Schrift hat vorgebant.
Ist aufgericht worden das Capellen des heiligen Creuzes vor dem Frauenthor.
Umb Michaelis ist Urban Timer abgesatzt wurden von Burgermeisterlichen ampt und gentzlich aus dem radt vorwurfen. Und an sein stadt ist voordent wurden Michael Rang, welcher das Jar zuvor auch hat regiret.

(Fol. 25b)

1509

Di unarth der Bettelmünchen zu Bern ergangen irers getichten und betriglichen Francisci, welche predigers ordens di observanz gehabt, welch im drugk teutz und latinisch landkündig ist.

(abend der erfindung des heiligen Creuzes = 2. Mai)

Wir können auch anders

Unsere speziellen Freunde von Frontal 21 sendeten -”passend” und auch explizit so angekündigt- zum “Jahrestag” des Amoklaufes von Erfurt wieder einen vor den Gefahren der Computerspiele warnenden Beitrag. Weiterhin wird also ohne jegliche Rückendeckung durch Fakten impliziert, dass dem Spielekonsum des Täters ein entscheidender Teil der Schuld zuzuschreiben ist. Neu im Reigen der Experten ist diesmal Manfred Spitzer, der nach der Konfrontation mit aggressiven (und zweifellos abzulehnenden) e-mails (sic!) sich durch die früheren Beiträge zu Unrecht als potentiell Gestörte hingestellt sehender Spieler erstere gleich mal zu “realer Gewalt” erklärt. Kein Wunder, dass man so auf die folgende Aussage zusteuert:

Ein friedfertiger Mensch, der viel Videospiele spielt, ist am Ende gewaltbereiter als ein eher gewaltbereiter Mensch, der gar nichts spielt.

Aber eigentlich wollte ich auf diesen Beitrag gar nicht weiter eingehen, die wichtigsten Kritikpunkte sind hier schon ausführlich angesprochen wurden und die Vorwürfe werden letztlich immer nur repetiert. Lenken wir den Blick uns also lieber auf ein durchweg ausgewogenes bis positives Beispiel für die Auseinandersetzung mit Computerspielen. Das aktuelle NZZ-Folio 5/05 befasst sich ausführlich mit dem gesamten Themenkomplex, einige Dinge werden sicher für “Insider” nicht neu sein, aber interessant ist vor allem auch das Interview mit 5 bekannten Gamedesignern, u.a. Warren Spector sowie Cevat Yerli von CryTek.
Erschreckend (oder wahlweise Ausdruck gewöhnungsbedürftigen britischen Humors) ist dabei lediglich, dass Oberguru Peter Molyneux ausgerechnet Half Life 2 zu seinem Lieblingsspiel kürt…

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